Der Verkehr zwischen Staßfurt und der B 6 n hat immens zugenommen. Das hinterlässt auch in Neundorf Spuren. Sowohl an Häusern entlang der Ortsdurchfahrt, als auch am Nervenkostüm deren Bewohner. Die baten nun um ein helfendes Gespräch mit Vertretern des Straßenbaulastträgers und der Straßenverkehrsbehörde.

Staßfurt. Die Runde traf sich am Dienstag beim Staßfurter Oberbürgermeister. Ganz sachlich legten Anlieger wie Onri Schieke und Fred Hänsel ihr Problem dar. " Unsere Hauptstraße ist zum B-6 n-Zubringer geworden. Der Zustand dieser Landesstraße gibt die Belastung aber nicht her. Ich habe vor drei Jahren begonnen, unser Haus zu sanieren. Da waren keine Risse zu sehen. Jetzt werden innen wie außen welche sichtbar ", erklärte Onri Schieke die Folgen des gewachsenen Verkehrs. Das Dilemma hätten nicht nur Besitzer älterer Häuser, sondern auch die von gerade erst gebauten. Das konnte Fred Hänsel bestätigen. Es gebe mittlerweile kaum ein Gebäude an der Straße, das nicht betroffen sei. " Wir wollen doch nicht die, böse Bürgerinitiative ‘ sein, setzen uns mit den Behörden an einen Tisch und suchen nach Lösungen ", bekräftigte Onri Schieke. Er habe selbst Tag und Nacht Lärmpegelmessungen durchgeführt. Sogar nachts würden über 70 Dezibel erreicht. Die Anlieger führen Lärm und Gebäudeschäden vor allem auf abgesackte Kanaldeckel und Wasserabsteller sowie auf den Zustand der Fahrbahn zurück. Und auf den Schwerlastverkehr. Die Bürger drängen darauf, dass die Sicherheit für Kinder, gerade im Bereich des Schulwegs, wieder gewährleistet werde.

Günter Roddewig von der Stadtverwaltung bestätigte, dass der Lärmpegel nach der letzten offiziellen Messung vier dB über der zulässigen Belästigung liege. Onri Schieke verweist auf das Bundes-Immissionsschutzgesetz, wonach die Grenze tagsüber bei 64 und nachts bei 54 dB liege.

Dass das Straßenverkehrsamt des Landkreises die bereits auch von der Stadt beantragte 30-km / h-Begrenzung abgelehnt hat, kann selbst Oberbürgermeister René Zok nicht verstehen. Er nannte Beispiele, wo es erst kürzlich an stark befahrenen Straßen ermöglicht wurde wie in Neustaßfurt. Jost Rasche von der Straßenverkehrsbehörde sträubte sich dagegen, weil das verstärkt Schule machen könne. Auch ein Lkw-Fahrverbot würde nur dazu führen, dass der Verkehr verlagert würde. Nach den bisherigen Zahlen würden einfach die Gründe für Einschränkungen fehlen.

Das könnte nun die neueste Verkehrszählung der Stadt von letzter Woche entkräften, wonach mittlerweile über 7000 Fahrzeuge täglich die Straße passieren ( 1995 : rund 4000 ). Rasche kündigte an, die aktuellen Zahlen zu prüfen. " Wenn es die Werte hergeben, werden wir was ändern ", kündigte er an.

" Unsere Nerven liegen blank ", verdeutlichte Fred Hänsel noch einmal. " Wir wären auch mit einer befristeten Geschwindigkeitsbegrenzung zufrieden, bis der prognostizierte Rückgang des Verkehrs mit Fertigstellung der B 6 n eintritt ", bekannte Onri Schieke. Sollte sich aber nichts ändern, wolle die Initiative nun auch Aktionen starten.

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