Staßfurt. In Staßfurt gaben gestern Mittag der Staatssekretär des Wirtschaftsministeriums, Thomas Pleye, und Staßfurts Oberbürgermeister René Zok offiziell den Startschuss für die Sanierung des ehemaligen Schachtes Achenbach am Athenslebener Weg. Sie sollen bereits im Dezember dieses Jahres abgeschlossen sein,

Die Arbeiten, die mit rund 1, 44 Millionen Euro veranschlagt wurden, finanziert das Wirtschaftsministerium aus Mitteln der Europäischen Union. Das Landesamt für Geologie und Bergwesen ( LAGB ) wird das Vorhaben fachaufsichtlich unterstützen und begleiten.

" Das ist ein wichtiger Tag für Staßfurt ", sagte der Staatssekretär. " Auslöser der jetzt begonnenen Maßnahmen waren beschleunigte Senkungsraten. Diese hat das LAGB hat im Zuge der Überwachungsarbeiten im Umfeld des Schachtes festgestellt ", so Pleye weiter.

Die Probleme seien aber nicht so schlimm wie beim ehemaligen Schacht Leopoldshall III an der Rathmannsdorfer Chaussee, sagte der Geschäftsführer der mit der Planung und Baubegleitung beauftragten Erfurter Firma Ercosplan, Dr. Henry A. M. Rauche. Damals musste sogar die Landstraße von Staßfurt nach Rathmannsdorf verlegt werden.

Mit Hilfe der Finanzspritze der EU soll die Röhre des 1874 bis 1878 mit einem Aufwand von 1, 2 Millionen Mark geteuften ehemaligen Kali- und Steinsalzschachtes Achenbach im Zuge der Gefahrenabwehr zunächst erst einmal untersucht und anschließend verfüllt werden.

Die dazu notwendigen Erkundungsbohrungen sollen in der übernächsten Woche beginnen. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist die Röhre des nur rund 25 Jahre bis 1902 genutzten und dann durch einen Wassereinbruch zunichte gemachten Schachtes insgesamt 338 Meter tief und hat einen Durchmesser von 4, 40 Meter. In 243 Metern Tiefe ist eine Brücke eingebaut über der ein 36 Meter langes Teilstück mit Material verfüllt ist. Was sich darunter befindet, ist noch unklar. Das werden die Untersuchungen zeigen.

Im Schacht Achenbach wurde einst das " Jüngere Steinsalz " gefördert. Es hat einen sehr hohen Reinheitsgrad und konnte ohne Aufbereitung als Speisesalz und Grundstoff für die chemische Industrie eingesetzt werden. Neben Steinsalz wurden auch das als Dünger in der Landwirtschaft verwendbare und damals sehr begehrte Kainit gewonnen.

Zok : Gefahrenstelle wird dauerhaft beseitigt

" Durch diese Sanierungsmaßnahmen wird die dauerhafte Beseitigung einer vorhandenen Gefahrenstelle erreicht. Dies schafft nicht nur Sicherheit für die dort im Umfeld wohnenden Menschen sondern auch für die ansässigen Firmen. So gelingt es uns auch, den Gewerbestandort an dieser Stelle für die Zukunft zu sichern ", sagte Staßfurts Oberbürgermeister René Zok ( parteilos ).

Er äußerte sich erfreut darüber, dass die gesamte Investition zu 100 Prozent gefördert wird und die Stadtkasse somit geschont wird. Für die großzügige Unterstützung dankte Zok dem Wirtschaftsminsterium und dem Landesamt.

Pleye verwies darauf, dass der Bergbau in Sachsen-Anhalt eine jahrhundertealte Tradition hat, auf die man stolz sein könne. Er habe die Industriealisierung in Mitteldeutschland damals zum Beispiel durch die Bereitstellung von wichtigen Rohstoffen und Energieträgern beschleunigt.

Auch heute habe diese Branche noch eine große Bedeutung. Derzeit gebe es noch rund 200 Firmen im Lande, die sich mit dem Bergbau und der Rohstoffgewinnung beschäftigen und dadurch insgesamt rund 6000 Arbeitnehmern Lohn und Brot geben. Pleye : " Dies beinhaltet aber gleichzeitig auch die Notwendigkeit, alte Schächte und Tagebaue zu sanieren, um eine Nachnutzung zu gewährleisten beziehungsweise nicht zu gefährden. "