Einmal im Monat können Interessierte in grüne Naturwunderwelten eintauchen. Immer am letzten Sonnabend des Monats präsentiert die Ökostation Neugattersleben verschiedene Themen bei einem Aktionstag. Jetzt stand der Bauerngarten im Mittelpunkt.

Neugattersleben. " Es geht auch auf natürlichem Wege, ohne Chemie ", sagt Dr. Andrea Finck und blickt über die Pflanzenpracht des Bauerngartens in der Ökostation Neugattersleben. Neben Blumen wachsen hier Gemüse, Kräuter und Obst, lassen jetzt im Sommer schon ihre Erntepracht erahnen. " Die Pflanzen sind vielleicht nicht so ertragreich wie mit Dünger behandelte, aber sie sind gesund ", so die Leiterin der Ökostation.

Die von der Bernburger Bildungs- und Strukturfördergesellschaft getragene Natureinrichtung hat sich die Umweltbildung zur Aufgabe gemacht. Nicht in der Theorie, sondern ganz praktisch. Es geht um den direkten persönlichen Umgang mit der Natur und um deren verantwortungsvolle Erhaltung, um die Bedeutung des Natur- und Umweltschutzes und die naturverbundene Freizeitgestaltung.

Der Bauerngarten ist das Herzstück der Ökostation, die einmal im Monat ihre Türen öffnet und dabei einen Themenschwerpunkt aus der Natur setzt. Beim vergangenen Mal stand der Bauerngarten im Mittelpunkt dieses Aktionstages. Vor zehn Jahren haben ihn Sekundarschüler aus Nienburg unter fachgerechter Anleitung angelegt. Heute dient er vielen als Muster ökologischer Anbaumethoden, erst in reiner Mischkultur, jetzt in der Vier-Felder-Wirtschaft.

Das Beispiel f ndet inzwischen viele Freunde. " Viele Schulklassen probieren sich im Garten aus, lernen und erkunden, und auch Hobbygärtner kommen und informieren sich ", erklärt Dr. Finck.

Nicht nur Pflanzenanbau und -pflege werden dabei zu Probierstücken. Die Ökostation macht auch auf wichtige Nützlinge aufmerksam. Da gibt es Anleitungen für den Bau von Hornissenkästen oder der Blick auf eine Lehmwand verrät viel über ihre kleinen tierischen Bewohner, die im Bauerngarten über das Grün wachen. Dazu kommt alles Wissenswerte über die Kompostierung. Und nicht zuletzt gehen die Initiatoren über die Sinne ihrer Gäste. Die Mitarbeiter zeigen, wie gesunde Salate und Mahlzeiten zubereitet werden. Kaum ein Besucher ist nicht mit einer geschmackvollen Rezeptidee wieder nach Hause gegangen.

Den Jüngsten wird der Ökogarten ebenfalls als " leichte Kost " – verständlich und kindgerecht – präsentiert. " Die Mitarbeiter der Ökostation haben ein Bauerngarten-Spiel erfunden ", erklärt die Leiterin. Auf einem Spielfeld würfeln die Mädchen und Jungen um die Wette. Kommen sie auf ein Erlebnisfeld, gilt es eine Aufgabe im Garten zu lösen. " Such den Blumenkohl ! oder Ernte ein Radieschen !", nennt Dr. Finck einige der Aufgaben beispielhaft.

Natur und Mensch in Wechselbeziehungen – das macht die Arbeit der Ökostation aus.

Der pädagogische Aspekt ist nur einer, wie die Leiterin erklärt. " Uns geht es auch um den Erhalt von Kultursorten, die traditionell in unserer Region wachsen. " Nur in der Bewahrung der genetischen Vielfalt lägen die Ressourcen für die Zucht neuer ertragreicher Pflanzen.

f Der nächste Aktionstag findet ausnahmsweise am Sonnabend, dem 1. August von 10 bis 15 Uhr in der Ökostation Neugattersleben statt. Dann dreht sich alles um die Tomate. Auf der Freifläche der Ökostation gibt es 150 verschiedene Tomatensorten. Zu sehen ist dann in Zusammenarbeit mit dem Regionalverband der Kleingärtner in Bernburg auch eine Früchteausstellung. Es gibt Anbauberatungen und wieder viele Tomaten-Gerichte. So zeigen die Mitarbeiter, wie Ketchup selbst hergestellt wird. f Kontakt : Ökostation Neugattersleben, Weinberg 4, 06429 Neugattersleben, Telefon : ( 03 47 21 ) 225 49 f Internet :

www.oekostationneugattersleben.de