Im Staßfurter Salzlandtheater lebt die Tradition auf, die Vernissage zu einer Ausstellung immer auch mit einem Konzert zu verbinden. " genesisstaßfurt-09 " heißt die aktuelle Schau, in der Arbeiten von Sylke Symolka und Bernd Steinert gezeigt werden. Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung erlebte das Publikum am Freitag Scarlett ‘ O und Jürgen Ehle mit Liedern, Chansons und Songs.

Staßfurt. Zwei Figuren. Menschen darstellend. Liegend und sitzend. Scheinbar entspannt und gemütlich, ründlich in sich ruhend. Ein Paar – doch jeder für sich. Die einzige Beziehung, die beide haben, ist, dass sie keine haben. " Fehlende Korrespondenz " heißt die Plastik von Sylke Symolka. Werke der Künstlerin und ihres Partners Bernd Steinert, beide arbeiten seit zehn Jahren zusammen, sind jetzt in der Galerie des Salzlandtheaters zu sehen. Ihre Bilder, Grafken, Plastiken und Collagen rücken den Menschen in den Mittelpunkt. " genesisstassfurt-09 " ist der Titel der Schau. Menschwerdung und Menschsein. " Wo komme ich her ? Wer bin ich ? Wo gehe ich hin ?" diese zentrale Frage stünden über den Arbeiten, erläutert Bernd Steinert. Die Werke beleuchten Lebenslagen und Erfahrungen, stellen den Menschen in Zusammenhänge – mit anderen Menschen, mit der Natur, mit Gedanken.

Künstlerisch inspiriert wird das Paar im Alltag, aber auch durch literarische Vorlagen. Schnell merkten Symolka und Steinert, " dass sie in die gleiche Richtung " arbeiten würden. So präsentieren sie " genesis " als Gemeinschaftsprojekt und mit dem Spannungsbogen der männlichen und weiblichen Sicht auf die Dinge um den Menschen.

Kreatives und individuelles Arbeiten zu zweit – ist das möglich ? Steinert und Symolka bejahen das unbedingt. " Wir refektieren unsere Arbeiten gegenseitig – schon im Schaffensprozess ", erklärt Symolka. Wertvoll sei es, wenn einer da ist, der aufzeigt, dass es in die falsche Richtung gehe. Oder im umgekehrten Fall, wenn man selbst nicht weiter wisse, die Bestärkung gebe, dass man auf dem richtigen Weg sei. Einige Arbeiten, die es " wert sind, nicht verworfen zu werden ", erlebt das Staßfurter Publikum noch bis zum 22. Juni.

Gemenschelt hat es dann auch im Tillysaal. Als Scarlett ‘ O und Jürgen Ehle mit Stimmen und Instrumenten von den Dingen erzählten, die um jeden von uns herum passieren. Sei es der Drängler auf der Autobahn, spielende Kinder, die Weisheit Älterer, das liebe Geld oder der ganz normale Familienwahnsinn. Scarlett ‘ O singt mal zärtlich warm, säuselt fast, dann wieder mit energischer Kraft. Jürgen Ehle ist mehr als Begleiter, trägt die Worte.

Und heraus kommt : Einfach immer man selbst sein – Mensch sein. " Wieso verkriechen sich Herzen in Schneckenhäusern, anstatt sich zu verbiegen, doch lieber fliegen ... "