Leben am Fluss – das bedeutet nicht nur ein schönes Umfeld zu haben, sondern es braucht vor allem auch Verantwortung beim Umgang mit der Natur. Einmal im Jahr treffen sich die Mitglieder des Unterhaltungsverbandes Elbaue, um bei der so genannten Gewässerschau den Zustand der Gräben im Verbandsgebiet zu kontrollieren.

Schönebeck. Fast 260 Kilometer Länge umfassen die 192 Gräben, um die sich der Unterhaltungsverband Elbaue kümmert. Diese so genannten Gewässer 2. Ordnung regulieren den Wasserhaushalt im Gebiet, das den Altkreis Schönebeck in etwa umfasst. Gestern trafen sich die Mitglieder des Ausschusses, der die Gewässerschau betreibt.

Die Tour des Ausschusses, der aus Vertretern der kommunalen Verwaltungen von Schönebeck, der Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Saale, Bördeland, der unteren Wasserbehörde des Landkreises sowie Vertreter von Landwirten zusammengesetzt ist, führte vom Sol- und Randelgraben über den Mordsgraben in Bördeland nach Brumby. Dort sahen sich die Ausschussmitglieder den Stopelgraben an, bevor in Barby die Tour beendet wurde.

Alles in allem sind die Gräben im Gebiet in einem ordentichen Zustand, bestätigten Christian Jung, der den Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, Abschnitt Schönebeck vertrat und Hans-Heiner Mähnz von der Stadtverwaltung Schönebeck, der bei der diesjährigen Gewässerschau das Protokoll führte.

Am Solgraben im Hafen von Schönebeck-Frohse machte der Ausschuss seine erste Station. " Hier war im August 2007 nach einem starken Gewitter die Böschung abgerutscht ", erklärte Mähnz. Problematisch sei dies vor allem wegen einer Gasleitung gewesen, die in unmittelbarer Nähe verlief. " Damit die nicht unterspült wird, wurde mit dem Netzbetreiber eine Verlegung der Leitung, die die ostelbischen Dörfer mit Gas versorgt, vereinbart. Nun, eineinhalb Jahre später ist der Ausschuss mit dem neu gestalteten Solgraben zufrieden.

" Derzeit steigt der Grundwasserspiegel wieder an ", erklärte Jung. Das sehe man nicht zuletzt an der Fließgeschwindigkeit oder an steigenden Ständen wie im Randelgraben in Schönebeck. Grund dafür ist das Tauwetter, das die Schneeschmelze in den Gebirgen wie dem Riesen- oder dem Adlergebirge und dem Böhmerwald, wo noch mehr als ein Meter hoch der Schnee liege, beginnen lässt.

" Wir erwarten auch steigende Pegelstände in der Elbe. Allerdings können wir noch nicht sagen, wie stark. Das hängt vom zusätzlichen Niederschlag ab ", so Jung ..