Außerhalb der größeren Städte, auf dem Land, wird in der Bevölkerung der Wunsch nach schnellen Internetverbindungen immer größer. Die Staßfurter Stadtverwaltung prüft derzeit den Bedarf in Hohenerxleben und bittet um weitere Unterstützung. Der Ort soll Modellcharakter für die anderen Stadtteile besitzen.

Hohenerxleben. Die Staßfurter Stadtverwaltung führt derzeit eine Befragung in Hohenerxleben durch, mit deren Hilfe der Bedarf an einer schnelleren Internetverbindung innerhalb der Bevölkerung ermittelt werden soll. " Der Bedarf ist groß, viele Bürger wünschen sich eine Verbesserung des Breitbandangebotes ", erklärt Christian Schüler, Wirtschaftsförderer im Staßfurter Rathaus. Auch die Umfrage in Hohenerxleben, deren Zwischenauswertung jetzt vorliegt, habe das gezeigt. " Immer mehr Dienstleistungen von Verwaltungen und Unternehmen werden über das Internet angeboten. Um Formulare und Anträge online auszufüllen, ist oft eine sehr gute Internetverbindung erforderlich ", erklärt Schüler den Hintergrund des wachsenden Interesses.

Derzeit hat Hohenerxleben eine Verbindungsgeschwindigkeiten von maximal nur 384 Kilobit pro Sekunde. " Das ist eindeutig zu wenig ", wertet der Wirtschaftsförderer aus. Das moderne Breitbandinternet fährt bereits mit bis zu 6000 Kilobit / s und mehr. Aus diesem Grund sollte die Befragung der Stadt, ausgeführt von Ortschaftsratsmitgliedern und Freiwilligen, Klarheit über den tatsächlichen Bedarf schaffen.

87 Fragebögen sind beantwortet in das Rathaus zurückgekommen. Dabei gibt es 54 private Internetinteressenten und 33 gewerbliche. " Alle wollen eine schnelleres und stabileres Internet, 80 Prozent der Befragten wünschen sich sogar 6000 Kilobit / s und mehr. " So haben nicht nur die befragten Privathaushalte Bedarf an einer schnellen Breitbandverbindung. Der größte Teil der Gewerbetreibenden will auch mehr als die 6000 er Marke.

Gespräche mit

Netzwerkbetreibern

Christian Schüler wünscht sich, dass sich noch mehr Bürger an der Umfrage beteiligen, um ein möglichst genaues Ergebnis zu erhalten, das dann die Verfahrensweise im Rathaus vorgibt. Die Befragung wird Grundlage für eine weitergehende Bedarfsanalyse. " Danach werden Gespräche mit Netzwerkbetreibern geführt, die den Ausbau stemmen können ", so Schüler. Rund zehn Anbieter kämen für Hohenerxleben in Frage, für sie müsse das Angebot aber auch lukrativ sein, damit sie eine Kooperation zum Breitbandausbau mit der Stadt eingehen und gemeinsam ein Konzept zum Ausbau der Versorgung entwickelt wird.

Finde sich kein Netzwerkbetreiber, so der Wirtschaftsförderer, erfolgt die Beantragung von Fördermitteln über das Programm zum Ausbau der technologischen Infrastruktur zur Schließung der Versorgungslücke im Land Sachsen-Anhalt. " Die Stadt Staßfurt erhofft sich hierbei gute Förderkonditionen durch den Einsatz von Mitteln aus dem zweiten Konjunkturpaket. " Über die Bestätigung der Förderung seien 12, 5 Prozent Eigenanteil nötig, über dessen Bereitstellung der Stadtrat befnden müsse. Um die Fördermittel aber beantragen zu können, müssten Zahlen umfangreich vorliegen. Eine enge konzeptionelle Zusammenarbeit sei auch mit dem Salzlandkreis geplant.

Zum Zeitpunkt, an dem die Hohenerxlebener schnell im weltweiten Netz surfen können, wollte der Wirtschaftsförderer noch keine endgültige Aussage treffen.

Die Verbesserung des Breitbandangebotes sei aber nicht mit Straßenbauarbeiten verbunden. " Die bestehenden Anlagen werden genutzt, für die Ortschaft wird ein neuer Breitbandverteiler aufgestellt. " Denn auch die Stadt habe eine Interesse daran, dass die in Eigenregie ausgebauten Straßen nicht von fremden Unternehmen aufgerissen werden.

Ausdehnung auf

weitere Ortsteile

Hohenerxlebens Ortsbürgermeister Sven Wagner freut sich über die Befragung im Ort und über das Engagement derer, die sie durchführen. " Wir sind der erste Ortsteil der Stadt, in dem das passiert und schaffen für unserer Einwohner mehr Lebensqualität. " Hohenerxleben besitze so auch eine wichtige Vorreiterfunktion für alle Ortsteile der Stadt. Und diese Rolle wird ganz aktuell, denn schon in der nächsten Dienstberatung der Ortsbürgermeister mit dem Oberbürgermeister wird über die Ausdehnung der Befragung auf weitere Ortsteile beraten.