Glöthe. Blitzendes Chrom, die typisch dunkelrote Lackierung, sonniges Ausf ugswetter, der Geruch und der blaue Dunst des Zweitaktgemisches in der Luft : Mehr braucht es nicht, um Herzen eingefleischter Fans von Motorrädern der tschechischen Marke Jawa höher schlagen zu lassen. Gestern waren vor dem Fahrzeugmuseum alle Bedingungen erfüllt. Zum vierten Mal trafen sich hier mehr als 60 begeisterte Liebhaber aus dem mitteldeutschen Raum mit ihren blank geputzten Gefährten.

Den Großteil bildeten erneut die 20 Jawa-Freunde aus Magdeburg. " Der Anlass ist ein besonderer, schließlich ist das Jawa-Werk 80 Jahre alt geworden ", sagt Torsten Kottke, Gründer der Vereinigung der Jawa-Freunde. Oft seien es verstaubte Funde aus Scheunen oder Garagenecken, die mühevoll und zeitaufwendig restauriert werden. Ersatzteile werden über das Internet, wenige Fachhändler oder über Teilemärkte in Tschechien organisiert. Gut restaurierte Motorräder könnten dann noch Preise um die 4000 Euro erzielen.

Wer einmal eine Jawa besitze, der trenne sich nicht so schnell von ihr. Das bestätigte auch der Calbenser Stadtrat Rudolf Kramer, der seine Jawa seit 45 Jahren besitzt.

Bernd Frühauf hatte mit seiner 60 Jahre alten Jawa Rikscha alle Blicke auf seiner Seite. " Bundesweit gibt es davon offiziell nicht mal eine Hand voll. Nach dem Krieg sollte mit diesem Fabrikat, dass auch als Lastenfahrzeug hergestellt wurde, die schleppende Autoproduktion kompensiert werden ", sagt der Niederndodelebener. Er habe dieses besondere Modell vor drei Jahren von einem Freund in Tschechien gekauft. " Manchmal habe ich an der Jawa mehr Stunden gearbeitet als im Beruf ", sagt Frühauf mit einem Augenzwinkern.

Dabei habe er bei dem Dreisitzer nicht immer auf Originalteile gesetzt. " Wichtig ist doch, dass die Jawa problemlos läuft und ich mit meiner Frau übers Land knattern kann. Was sollen wir bei diesem schönen Wetter denn im Garten ?"

Das dachten wohl auch die anderen Motorradfreunde und machten sich nach einer Stärkung auf der Museumsterasse gemeinschaftlich auf den Weg nach Staßfurt, um den Lokschuppen zu besichtigen.