Die Förderung der Pumpe am Holzmarkt-Brunnen in Staßfurt soll verringert und der Grundwasserstand am Pumpwerk in der Zillestraße erhöht werden. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht des Ingenieurbüros IHU Geologie und Analytik, Gesellschaft für Ingenieur-, Hydro- und Umweltgeologie mbH in Stendal hervor. Damit soll erreicht werden, dass noch weniger Grundwasser abgepumpt werden muss.

Staßfurt. In der Staßfurter Stadtverwaltung stellte Dr. Martin Lauterbach vom IHU jetzt den sechsten Jahresbericht vor.

Für die Stadt ist die Arbeit seines Institutes von größter Bedeutung, regulieren doch die Pumpen den Wasserstand rund um den Wendelitz und sorgen dafür, das in wesentlichen Bereichen der Innenstadt – wie in der Steinstraße – die Keller trocken bleiben. Größter Erfolg der dezentralen Wasserhaltung ist, dass ca. 35 Prozent weniger Wasser gepumpt werden müssen als beim Betrieb der alten Pumpstation in der Zillestraße, die das gesamte Stadtgebiet trocken zu halten hatte.

" Der Bereich unter der Innenstadt, der vom Wasser frei gehalten wird, ist viel kleiner als noch vor einigen Jahren ", erklärt Lauterbach. So werde verhindert, dass ein unnötig großer Absenkungstrichter entsteht. Außerdem müsste weniger Energie verbraucht werden. Das geförderte Wasser wird in die Bode geleitet.

Mit ihm auch das Salz aus dem Untergrund. Auch der Fluss profitiert von der dezentralen Wasserhaltung. " Rund 40 Prozent weniger Salz kommen im Vergleich zu früheren Jahren in die Bode ", erklärt Lauterbach.

Wurden bisher rund 28 Tonnen Salz täglich in die Bode abgeführt, sind es gegenwärtig nur noch rund 17 Tonnen. Eine Optimierung des Systems soll zu einer weiteren Verringerung dieser Mengen führen. Dadurch würde nicht nur die Belastung der Bode durch das Salzwasser abnehmen, sondern auch der Energieverbrauch der Pumpen.

Die Kontrolle der gesamten Anlage bleibe weiterhin wichtig, um den notwendigen Wasserstandspegel halten zu können. Ausschlaggebend für den zu haltenden Pegelwert sind die Kellersohlen in der Steinstraße.

Die Gebäude hier sollen im Trockenen stehen. " Die Grundwasserverhältnisse und damit auch die Strömungsverhältnisse im Untergrund des Stadtgebietes sind bekannt ", so Lauterbach. Das Wasser fl ieße generell in Richtung Bode als Vorfluter. Um Bereiche der Innenstadt trocken zu halten, gibt es ein ausgeklügeltes System von Brunnen, Pumpstationen, einer Tiefendrainage an der Steinstraße sowie den beiden Wasserfl ächen am Stadtsee und an der Zillestraße, an denen das Wasser sichtbar " hervortreten darf ".

An über 15 Messpunkten rund um den Wendelitz wird das System elektronisch überwacht und gesteuert. Je nachdem, wo Wasser anfällt, springen auch die Motoren der Pumpen an, die dann das Wasser abführen und den Innenstadtbereich damit trocken halten. " Der Grundwasseranfall in der Stadt ist auch vom innerjährlichen Gang abhängig, also von den niederschlagsabhängigen Veränderungen des Grundwasserstandes ", erklärt Lauterbach. Im Sommer, wenn es weniger Niederschlag gebe, müsse auch weniger gepumpt werden. " Die ständig erforderliche Grundwasserabsenkung überlagert diese Prozesse, um den festgelegten Pegel zu halten. "

Insgesamt ist Lauterbach von der Umstellung überzeugt : " Die dezentrale Wasserhaltung für den Staßfurter Innenstadtbereich war eine richtige Entscheidung. Die Stadt und die Umwelt profitieren nach wie vor von den Vorteilen ", sagt Dr. Martin Lauterbach. Die Experten aus der Altmark haben das System, das 2005 in Betrieb genommen wurde, konzipiert und betreuen die dezentrale Wasserhaltung in Staßfurt. Die Stadtverwaltung erhält dazu regelmäßige Jahresberichte, zusätzlich gibt es weitere Darstellungen zu Sonderthemen.

Die Wasserhaltung wird weiterhin ständig überwacht, auch aus den praktischen Erfahrungen heraus soll die dezentrale Wasserhaltung stets in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und dem Wasser- und Abwasserzweckverband " Bode-Wipper " optimiert werden.