Das Wetter lässt es zwar nicht vermuten, aber der Frühling steht vor der Tür und damit auch wieder die Zeit, in der Kinder im Freien spielen. Die älteren Mädchen und Jungen in der Kindertagesstätte Sandmännchen und im Teenie-Treff Staßfurt schauen in diesem Jahr aber auf eine leere Fläche. Ein großes Spielgerät musste aus Sicherheitsgründen abgebaut werden, Ersatz ist nicht in Sicht. Rund 30 000 Euro würde der neue Spielplatz kosten. Das Elternkuratorium setzt jetzt viele Ideen um, damit das Projekt verwirklicht werden kann.

Staßfurt. " Und jetzt ?" – Diese Frage stellten sich die älteren Kindergarten- und Hortkinder in der Tagesstätte Sandmännchen und im Teenie-Treff, als am 28. Oktober des vergangenen Jahres schweres Gerät auffuhr, und die Spiellandschaft nach und nach abtrug. Die Mädchen und Jungen der Alt-Staßfurter Einrichtung verfolgten das Geschehen von den Fenstern aus mit einer gewissen Fassungslosigkeit. Bis heute steht ihre Frage im Raum.

Die Kinder und die Leitung des Hauses bekommen von der Stadt als Träger zwar eine Antwort, aber die kann für sie nicht zufriedenstellend sein. Denn es fehlt wie so oft am Geld. Oberbürgermeister René Zok hat bereits die Initiative ergriffen und die Teilnehmer seines Wirtschaftsstammtisches auf das Thema eingeschworen. Das erfordert Ausdauer. Und aus der Stadtkasse ist für eine solche Anschaffung momentan nichts zu holen. Rund 30 000 Euro werden benötigt, um ein neues Spielgerät anzuschaffen.

Doreen Albrecht vom Elternkuratorium des Hauses erklärt, was auf dem Spielplatz gebraucht wird : " Wir wollen wieder ein größeres Spielgerät aufbauen, an dem die Kinder klettern, rutschen, hangeln und sich verstecken können. " Der Spielbereich für die Kleinkinder sei in den Außenanlagen bestens bestückt. Es fehle aber an Möglichkeiten, womit sich die größeren Kinder aus Kita und Hort an der freien Luft beschäftigen können. Das alles ist im Sandmännchen-Haus und im Teenie-Treff nicht bloß Selbstzweck, sondern festgeschriebenes Konzept.

Individuelle

Förderung

Die Außenspielanlage soll bei den Kindern die Liebe zur Natur wecken und zum kreativen Umgang mit ihr anregen. Körper und Geist der Kleinen werden geschult durch vielfältige Bewegungserfahrungen, Sinneswahrnehmungen, die motorische Geschicklichkeit wird gefördert. Die Kinder können sich herausfordern lassen und auch einmal überschaubare Risiken eingehen. " Mit dem Abbau der Geräte ist den Mädchen und Jungen ein Stück ihrer individuellen Freizeitmöglichkeit aber auch ein Rückzugsangebot genommen ", sagt Doreen Albrecht. Mit Bedauern würden die Kinder den Rückbau hinnehmen.

Der ließ sich leider nicht vermeiden. Das Gerät war rund zehn Jahre alt. Es wurde zwar regelmäßig gewartet, doch der Verschleiß war mit solchen Aktionen nicht aufzuhalten. Im Oktober 2008 hielten Rutsche, Kletterturm und Co. den gestrengen TÜV-Prüfungen nicht mehr stand. Weil die Stadt kein Geld hat, blieb nur der Abbau.

Kitaleitung und Elternkuratorium wollen das nicht zum Ist-Zustand werden lassen. Sie haben den Kontakt zu verschiedenen Sponsoren aufgenommen, die ihnen auch erste f nanzielle Unterstützungen zukommen ließen. Dazu gehören Kreditinstitute genauso wie kleinere Unternehmen der Region. Auch die Eltern sind tatkräftig dabei, um Geld für eine neue Spielanlage zu sammeln. Eine erste große Aktion wird es am 9. April in der Kindertagesstätte geben. Dann wird das traditionelle Osterfeuer veranstaltet.

Benef zaktion für

Spielplatz

Mädchen und Jungen aus dem Hort und dem Teenie-Treff werden dazu ein kleines Programm aufführen und Ausschnitte aus dem Musical " Cats " präsentieren. Beginn des Osterfeuers ist um 18 Uhr. Dazu sind alle Staßfurter eingeladen, nicht nur Eltern und Verwandte der Kinder aus dem Teenie-Treff und dem Sandmännchen. Im Mittelpunkt des Abends steht das Spielplatzprojekt, für das gesammelt werden soll. Die Kinder haben sich derweil selbst ausgedacht, wie ein neuer Spielplatz für sie aussehen kann. Die Ideen der Kleinen sind in gemalten und gebastelten Entwürfen schon ein erster Schritt zur Realisierung des neuen Spielplatzes, überzeugen sie doch hin und wieder potenzielle Sponsoren.

Für einen Wettbewerb der Erdgas Mittelsachsen ( EMS ) GmbH fertigten die Hortkinder sogar ein Modell an. Einen gut dotierten Platz gewannen die Staßfurter beim Schulwettbewerb zwar damit nicht, aber es gab ein Teilnehmergeld. Und das Modell bietet einen echten Blickfang von dem, was die Kinder sich für ihren Spielplatz vorstellen. " Kinder sind unsere Zukunft, wir sollten alles dafür tun, dass wir ihnen Entfaltungsmöglichkeiten und Freiräume schaffen ", sagt Doreen Albrecht.