Schmierereien mit Nazisymbolen an mehreren Stellen der Stadt Staßfurt hielten gestern die Kommunalpolitiker und die Polizei in Atem.

Staßfurt. Die Kriminalisten gehen davon aus, dass es sich hier um mindestens zwei Täter gehandelt hat, denn am Tatort fanden sich Spuren in zwei verschiedenen Orangefarbtönen.

Damit wurden in der Nacht zum Mittwoch das Denkmal für die Opfer der Diktaturen am Luisenplatz, der Bennecksche Hof, der Weg hinter der Gartenanlage gegenüber vom ehemaligen Schwimmbad in der Hecklinger Straße und vor allen Dingen der jüdische Friedhof verunstaltet.

Ab zirka 5.40 Uhr meldeten sich dann mehrere aufmerksame Bürger telefonisch beim Revierkommissariat der Polizei in Staßfurt und teilten den Beamten ihre Beobachtungen mit. Die zum Einsatz kommenden Polizisten konnten dies wenig später bestätigen und nahmen ihre Ermittlungen auf.

Während die Mitarbeiter des Stadtpflegebetriebes am Luisenplatz bereits an der Beseitigung der Schmierereien arbeiteten, konzentrierten sich die Spezialisten der Polizei in der Hecklinger Straße intensiv darauf, im Umfeld des Friedhofes verwertbare Spuren der Tatverdächtigen zu sichern, was auch gelang. Dazu wurden auch zwei Fährtenhunde der Polizeidirektion Nord, Bereich Halberstadt, eingesetzt. Einer davon ist speziell für das Aufspüren von Graffiti-Schmierereien ausgebildet. Er lief, nachdem er die Fährte aufgenommen hatte, schnurstracks zum Wohngebiet Am Tierpark.

Am Nachmittag waren insgesamt 16 Polizeibeamte vor Ort, um die Strecke vom Friedhof zum Wohngebiet Am Tierpark nochmals abzulaufen und nach weiteren Spuren, wie zum Beispiel die leeren Graffiti-Dosen, abzusuchen, sagte der Sprecher des Polizeireviers Bernburg, Jörg Methner.

Staßfurts Oberbürgermeister René Zok (parteilos) verurteilte die Schändung des jüdischen Friedhofes gestern Nachmittag auf das Schärfste. Er geht davon aus, dass es sich hier um die Tat von Einzelnen gehandelt hat. Zok und Methner bitten die Bürger, die Hinweise zur Aufklärung dieser Straftat geben können, sich an die Polizei (Tel. 858291) zu wenden. "Die Stadt hat sich in Absprache mit der jüdischen Gemeinde in Magdeburg verpflichtet, die Farbreste von den Grabsteinen sowie am Eingangsbereich des Friedhofes zu entfernen", sagte Zok, der Mitglied des Netzwerkes gegen Rechts ist.