Staßfurt (rk). Zur Großdemo am Mittwochabend in Staßfurt, zu der Oberbürgermeister René Zok und die Fraktionsvorsitzenden des Stadtratrates aufgerufen hatten, nahm Landrat Ulrich Gerstner (SPD) gestern in einer Erklärung wie folgt Stellung:

"Die Demonstration zur Verhinderung von Leistungsreduzierungen im Klinikum Staßfurt war auch für mich sehr beeindruckend. Zeugt dieses Engagement der Bevölkerung doch von einer tiefen Verbundenheit zum Staßfurter Klinikstandort.

Dennoch können die Verantwortlichen für die gesamte klinische Versorgung im Salzlandkreis nicht die Augen vor der Realität verschließen. Und die besteht nun mal neben den benannten finanziellen und demografischen Problemen im Fehlen von Anästhesieärzten, gerade hier am Standort Staßfurt.

Seit mehreren Jahren bemüht sich die Klinikleitung mit zum Teil enormen finanziellem Aufwand und dennoch wenig erfolgreich, Ärzte für die Ansiedlung am Staßfurter Klinikum zu gewinnen. Ich sehe derzeit keine Besserung in dieser Frage, zumal Anästhesisten schon seit Jahren deutschlandweit gesucht werden. Deshalb ist das - auch von allen Chefärzten der Salzlandklinken - empfohlene und dann einstimmig beschlossene Konzept der Spezialisierung an den einzelnen Standorten derzeit aus meiner Sicht alternativlos. Nach Aussage der ärztlichen Fachkräfte wäre das Haus nach erfolgreicher Umsetzung der im Konzept vorgesehenen Leistungen voll ausgelastet."

Sowohl von der Klinik-Holding als auch von den Klinikgesellschaften Aschersleben-Staßfurt, Bernburg und Schönebeck war gestern keine Stellungnahme zu bekommen.