Eine alte Sitte und ein guter Brauch zugleich – darin gibt es wohl keine Differenzen – ist der Wunsch für ein fröhliches, gesundes, neues Jahr. Man wünscht es sich in der Regel am Neujahrstag, am Tag danach, am dritten Tag des Jahres, in den ersten zwei Wochen.

Und was ist, wenn man erst nach 14 Tagen des neuen Jahres einen guten Freund, einen Bekannten endlich mal wiedersieht? Klar, das Jahr ist noch neu genug, noch grußfrisch sozusagen. Aber sagt man das dann auch noch so?

Hierüber scheinen sich nicht nur die Wunschgelehrten zu streiten, sondern die Grenzen gehen quer über den Mittagstisch der Nation. Auch bei uns in der Redaktion. Es gäbe die Regel, nach der ersten Woche sei mal Schluss mit der Wünscherei oder spätestens Ende des Monats.

Zum Beispiel ich: Meinen Vater habe ich in diesem Jahr noch nicht gesehen; klar gehört, am Telefon. Er überwintert in einer anderen Klimazone, der Glückliche. Wünsche ich ihm dann im März Auge in Auge noch ein gutes neues Jahr? Im Gespräch mit der Volksstimme sagte diese Woche Berufskomödiant Hans-Werner Olm, er wünscht das ganze Jahr über Leuten ein gutes neues Jahr. Sehr witzig! Ich habe eine andere Idee ab jetzt entdeckt: Ein schönes Restjahr!