Tangermünde ist ein beliebtes Städtchen. Das wissen nicht nur Vermieter. Auch die Entwicklung der Einwohnerzahlen in den vergangenen zwölf Monaten bestätigt das. 44 Menschen mehr lebten Ende 2013 in der Kaiserstadt als 2012. Ingesamt sank die Einwohnerzahl um 19 auf 10 666.

Tangermünde l Ist der Abwärtstrend der Einwohner im Stadtgebiet von Tangermünde gestoppt? Zu dieser Vermutung könnte man beim Vergleich der Zahlen von 2012 und 2013 kommen. Ein Plus in der Einwohnerstatistik hatte es seit vielen Jahren für die Kaiserstadt nicht mehr gegeben. Und jetzt sind es gleich 44 mehr, die es an die Elbe zog. Amtsleiterin Birgit Herzberg hat eine Erklärung dafür. "Wir hatten in den vergangenen Monaten unheimlich viele Zuzüge, vor allem von Familien mit Kindern", verrät sie.

"Wir hatten unheimlich viele Zuzüge von Familien mit Kindern."

Amtsleiterin Birgit Herzberg

Was in der Statistik gut ausschaut, stellt die Kommune für die nächsten zwei Jahre jedoch vor ein Problem. Aufgrund der landesweit gegentrendigen Entwicklung werden die Plätze für Kindergarten- und Krippenkinder knapp. Die derzeit in Bau befindliche Kita in der Luisenstraße wird künftig weniger Platz bieten, da niemand mit diesem Anstieg von Kinderzahlen gerechnet hatte. Doch die Stadt hat auch dafür eine Lösung in der Hinterhand. Sollte es wirklich keine andere Variante geben, Eltern den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz zu erfüllen, werde die noch in Betrieb befindliche Kita erst dann abgerissen, wenn sie nicht mehr benötigt werde.

Aber nicht nur in Tangermünde ging es 2013 mit den Einwohnerzahlen bergauf. Auch Storkau und Billberge, Grobleben, Langensalzwedel und Hämerten freuten sich über Zuwachs, während es in drei Ortsteilen der Kaiserstadt weiter bergab ging. Am meisten betroffen war davon Buch. 21 Männer und Frauen leben dort heute weniger als noch vor einem Jahr. Seit dem Jahre 2000 ist die Zahl der Einwohner sogar um 123 gesunken. Das Dorf hat damit in dieser kurzen Zeit ein Viertel seiner Einwohner verloren. Seit 2008 ist das Rolanddorf Buch auch nicht mehr der größte Ortsteil. Seit jenem Jahr hat Miltern die Nase vorn.

Doch auch in Miltern ging in den vergangenen zwölf Monaten die Zahl der Einwohner um sechs zurück. Bölsdorf mit dem Ortsteil Köckte zählt sieben weniger.

Im gesamten Raum der Stadt Tangermünde leben außerdem 106 Ausländer. 36 von ihnen werden vom Einwohnermeldeamt aus EU-Bürger bezeichnet. Die meisten von ihnen leben direkt in Tangermünde. Lediglich Buch, Miltern, Hämerten und Storkau haben noch ausländische Mitbürger in ihren Reihen.

In Tangermünde leben 329 mehr Frauen als Männer

Ein Blick auf die Zahlen verrät außerdem, dass mehr Frauen als Männer in der Stadt Tangermünde zu Hause sind - exakt 314. Am größten ist die Differenz in Tangermünde selbst. Hier leben 329 mehr Frauen als Männer. Mehr Frauen gibt es auch in Grobleben (1), Billberge (2), Hämerten (1), Langensalzwedel (2) und Storkau (2). Die Männer haben die Nase vorn in Bölsdorf (5), Buch (8), Köckte (3) und Miltern (7).