Stendal l Die Polizei hat in Stendal in einer großangelegten Razzia bei drei des Drogenhandels verdächtigen Hansestädtern am 3. Juli vorigen Jahres neben fast 19 Kilogramm Rauschgift auch eine Maschinenpistole gefunden. Allerdings ohne Munition.

Das kam bei der Fortsetzung des Prozesses um Drogengeschäfte im großen Stil am Montag bei der Vernehmung von drei an der Durchsuchung beteiligten Kripo-Beamten zur Sprache. Wie berichtet, sitzen seit dem 6. Dezember drei gebürtige Kasachen (alle 30 Jahre alt) vor der 1. Großen Strafkammer am Landgericht Stendal auf der Anklagebank. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, arbeitsteilig als Mitglieder einer Bande gewerbsmäßigen Drogenhandel betrieben zu haben.

Zwei sollen das Rauschgift im Raum Aachen/Düsseldorf beschafft und der Dritte es in Stendal gelagert haben. Direkt gegenüber dem Finanzamt in der Scharnhorststraße sind bei der Razzia in einer einem der Angeklagten zuzuordnenden Garage 18 Kilogramm Amphetamine (Kunstdroge) gefunden worden. Unweit davon fand die Polizei in einer zweiten Garage des selben Angeklagten in der Albrecht-Dürer-Straße besagte Maschinenpistole vom Typ Kalaschnikow AK 74. Dazu gut 700 Gramm Amphetamine. Weitere Beamte durchsuchten an jenem Tag auch noch Wohnungen und stellten Autos sicher. Darunter einen BMW, in dem sich vier Handys befanden, und einen Pkw Honda.

Gutachter untersucht Drogenabhängigkeit

Die Polizei hatte verdeckt ermittelt, das Trio über einen längeren Zeitraum observiert und auch diverse Telefone überwacht. Am 3. Juli erfolgten die Durchsuchungen und der Zugriff, wie die Kriminalisten als Zeugen aussagten. Seitdem sitzen die Angeklagten in U-Haft. Vor dem Landgericht schweigen sie bislang.

Allerdings haben die Verteidiger Verständigungsbereitschaft signalisiert. Für den Fall, dass man sich auf ein Strafmaß einigen könne, seien ihre angeblich selbst drogenabhängigen Mandanten möglicherweise zu Geständnissen bereit. Diese Drogenabhängigkeit soll nun durch einen Gutachter untersucht werden. Damit stünde auch Unterbringung zur Therapie im Maßregelvollzug im Raum. Die Staatsanwaltschaft ist zu Gesprächen bereit, will aber eine Haftstrafe nicht unter sechs Jahren, die Verteidiger maximal vier Jahre.

Am 22. Januar soll weiter verhandelt werden.