In den Hallen der Tangermünder Schiffswerft wird fleißig gearbeitet. Zwei Neubauten entstehen hier zur Zeit. Eines wird im April, das andere im Herbst den Stapellauf erleben. Im April 2013 hatte die Kiellegung für ein Spezialschiff stattgefunden, das die Werft Ostern verlassen wird.

Tangermünde l Die Mitarbeiter der Schiffbau- und Entwicklungsgesellschaft Tangermünde (SET) haben viel zu tun. Seit Anfang 2013 arbeiten sie an einem Spezialschiff. Im Oktober kam noch der Auftrag für den Neubau einer Fahrzeug- und Personenfähre hinzu. Außerdem warten im Winter jede Menge Flusskreuzfahrtschiffe darauf, überholt, repariert und flottgemacht zu werden für die nächste Saison.

Während der jüngsten Kiellegung am Freitag standen direkt neben dem Fährneubau die Arbeiten am Spezialschiff nur wenige Minuten still. Der Zeitplan muss eingehalten werden. Mittlerweile ist das Gewässerüberwachungs- und Ölfangschiff in seiner gesamten Größe zu erkennen. Im Auftrag des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schles- wig-Holstein wird es gebaut und nimmt immer mehr Form an. Am Donnerstag vor Ostern soll die Sonderanfertigung Tangermünde verlassen.

Gebaut an der Elbe mit Ausstattung aus Finnland

In der Ostsee im Bereich der Lübecker Bucht bis zur Flensburger Förde wird das Schiff künftig unterwegs sein. Kran-und Hebetechnik gehören ebenso zur Ausstattung wie ein Labor und eine Ölfangeinrichtung - geliefert aus Finnland.

Wasser- und Sedimentproben, die aus dem Meer entnommen werden, können dann direkt an Bord von Wissenschaftlern untersucht werden. Meteorologische und auch hydrologische Messungen sind möglich, ebenso die Kontrolle der Bodenbesiedlung der Ostsee. Auch können Vertikalproben über die gesamte Wassertiefe entnommen werden. Dauermessungen werden möglich sein, Aufnahme von Öl sowie verschmutztem Treibgut. Dieses vielseitig einsetzbare Schiff mit der Baunummer 191 ist 39 Meter lang und etwa 9,30 Meter breit. Beladen hat es einen Tiefgang von 2,60 Metern. Schleichfahrten sind möglich, die maximale Geschwindigkeit beträgt 12 Knoten.

Außerdem verfügt der Neubau über Wohn- und Aufenthaltsräume für die vierköpfige Stammbesatzung sowie sechs weitere Plätze für Öleinsatzmannschaft und zwei Wissenschaftler. Maximal zwei Personen teilen sich eine Kabine inklusive der Nasszelle.

Der Neubau soll die in die Jahre gekommene "Haithabu" ersetzen. Der Schriftzug "Haithabu" ist am Neubau bereits deutlich zu erkennen.