Hoch hinaus führten die Uchtspringer Kameraden ihren Wehrleiter an seinem Ehrentag. Am Neujahrstag wurde Marcus Schober, der auch Leiter der Kreisfeuerwehrbereitschaft ist, 40 Jahre alt. Um sein Geschenk von den Kameraden abzuholen, musste Schober auf die Feuerwehrleiter steigen. Belohnt wurde er mit einem historischen Feuerwehrhelm.

Börgitz. Ihren ersten Einsatz hatten die Uchtspringer Kameraden am Neujahrstag. Es ging aber weder zu einem Brand, noch zu technischen Hilfemaßnahmen nach einem Verkehrsunfall: Sie überraschten ihren Wehreiter an seinem Geburtstag.

Mit vier Fahrzeugen der Uchtspringer Wehr und einem ABC-Erkundungsfahrzeug der Landkreises rückten Kamerdaden am Vormittag des Neujahrstages an der Dorfstraße in Börgitz an. Das Signalhorn ertönte und das Blaulicht war eingeschaltet. Vor dem Haus des Uchtspringer Wehrleiters Marcus Schober stoppten die Einsatzfahrzeuge.

Hoch hinaus in voller Einatzmontur

Die Uchtspringer Kameraden gratulierten ihrem Wehrleiter zum 40. Geburtstag. Kaum waren die Glückwünsche ausgesprochen, drückte sie ihm eine Sicherheitsausrüstung in die Hand und gaben ihm einen "Einsatzbefehl". Dieser lautete auf die Feuerwehrleiter steigen und dort das Geschenk abholen.

Sogleich schlüpfte Marcus Schober in die Einsatzkluft, setzte seinen Helm auf und sicherte sich mit Seilen und Karabinern. Dann stieg er die vielen Stufen in die Höhe. Die Feuerwehrmänner zeigten sich kameradschaftlich. Wegen des Windes musste das Geburtstagskind nur 15 Meter in die Höhe steigen. Oben stand das verpackte Geschenk, das Schober noch oben in den Lüften öffnete. Zum Vorschein kam ein historischer Feuerwehrhelm, wie ihn die Brandbekämpfer zwischen 1900 und 1920 getragen haben. Eine passende Gabe für den Sammler von Feuerwehrgerätschaften. "Der wird seinen Platz in der Vitrine finden", erklärt der Feuerwehrfan. Dort stehen bereits zahlreiche Feuerwehrfiguren. Zudem sammelt Schober Abzeichen, darunter auch Verdienste von Familienangehörigen. Und auf dem Hof steht ein alter Feuermelder.

Gebietsreform brachte 2010 neue Aufgabe

Marcus Schober lud seine Gäste zum "Museumsrundgang" ein. Anschließend gab es einen Imbiss für die Gratulanten. Neben den Feuerwehrkameraden überbrachte auch Ortsbürgermeister Siegmund Löser ein Präsent und gute Wünsche.

Schobers Herz schlägt spätestens seit 1982 für die Feuerwehr. Am 1. September jenen Jahres trat der damals Elfjährige bei den "Jungen Brandschützern" ein. Von da an hielten ihn die roten Autos, das Strahlrohr und das Signalhorn fest im Bann. Seit den 1990er Jahre ist Marcus Schober in der freiwillige Feuerwehr tätig. Er absolvierte die Ausbildungen zum Truppmann und zum Sprechfunker. Er wurde Atemschutzgeräteträger und Truppführer. Seit 1996 ist der Börgitzer befähigt, eine Gruppe zu führen, seit 1997 einen Löschzug. Später beteiligte sich der Hauptlöschmeister auch an der Ausbildung der Kameraden. Schließlich wurde Schober Brandmeister.

Seit 2002 ist Schober Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Uchtspringe. Zuvor leitete er die Feuerwehr in Staats. Kurz darauf wurde er Leiter des Brandabschnitts Stendal-Uchtetal. Die Gemeindegebietsreform hat ihm 2010 diesen Titel genommen. Schober, der den Beruf des Krankenpflegers ausübt, ist seither aber trotzdem nicht nur Ortswehrleiter in Uchtspringe. Seit Mitte vergangenen Jahres ist er Leiter der Kreisfeuerwehrbereitschaft.

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