Während es für das staatliche Winckelmann- Gymnasium und das Hildebrand-Gymnasium feste Einzugsbereiche für Schüler gibt, so konkurrieren sie zunehmend mit der Privatschule. Letztere ist bald an der Kapazitätsgrenze angelangt.

Stendal l In Zeiten sinkender Schülerzahlen müssen sich Schulen zunehmend darum bemühen, die Stärken ihrer Bildungseinrichtungen öffentlich herzuvorheben und für neue Schüler zu werben. Am Sonnabend präsentierten sich die drei Gymnasien sowie die private Sekundarschule bei einem Tag der offenen Tür.

"Es geht um die Fünftklässler, die nach den Sommerferien zu uns kommen", sagte die stellvertretende Schulleiterin des Winckelmann-Gymnasiums, Dorothea Elison-Görs. Die Schüler der Klasse 4 und deren Eltern stünden vor der Entscheidung, soll es der gymnasiale Bildungsweg sein oder ist der Besuch einer Sekundarschule der passendere Weg. Viele Fragen der Eltern hätten sich auf die Anforderungen der Schule bezogen, sagte Elison-Görs. Derzeit besuchen 603Schüler das Winckelmann-Gymnasium.

Den Übergang auf die neue Schule erleichtern

Am Hildebrand-Gymnasium, das derzeit von 455 Schülern besucht wird, machten Schüler Führungen durch das Schulgebäude. "Wir haben auch schon Schnuppertage für Grundschüler durchgeführt", sagte Schulleiterin Anne-Dore Meißner. Auch mit den Lehrern der Grundschulen gebe es einen Austausch, um so den Übergang von einer Schule auf die nächste für die Schüler zu erleichtern. "Es ist uns wichtig, die Kinder dort von ihrem Leitungsniveau abzuholen, wo sie stehen", so Meißner.

Welches der beiden staatlichen Gymnasien ein Kind besuchen soll, können die Eltern nicht bestimmen. Dies ist durch Schulbezirke festgelegt. Allerdings gibt es mit dem Privatgymnasium, das seit 2000 in Stendal existiert, doch eine Alternative.

"Wir sind mittlerweile von der fünften bis zur zwölften Klasse zweizügig", sagte der stellvertretende Schulleiter Detlef Otto. 280 Schüler besuchen die Einrichtung, in der es in keiner Klasse mehr als 20 Schüler gibt. "Das ist unser Prinzip", so Otto. Die beiden Schulgebäude am Dom sind in den vergangenen Jahren saniert beziehungsweise neu gebaut worden. "Die Klassen- und Fachräume sind bestens ausgestattet", sagte Otto.

Mit "Jugend forscht" Begabte fördern

So gebe es insgesamt fünf multimediale Wandtafeln und in anderen Räumen Fernseher für den pädagogischen Einsatz. "Durch die kleinen Klassengrößen herrscht eine entspannte Atomsphäre an unserer Schule", sagte Otto. Die Eltern zahlen 154 Euro monatlich für den Schulbesuch ihrer Schützlinge. Zum besonderen Profil des Privatgymnasiums gehört der bilinguale Unterricht, der für eine Teil der Schüler wahlweise ab der fünften Klasse in den Fächern Sport, Geografie, Geschichte und Mathematik geboten wird. "Das heißt, der Unterricht findet ausschließlich in Englisch statt", sagte Otto.

"Unsere Schüler schneiden beim Abitur immer besser ab als der Landesdurchschnitt", sagte Dorothea Elison-Görs vom Winckelmann-Gymnasium. Eine Begabtenförderung gibt es unter anderem mit dem Projekt "Jugend forscht". "Wir haben bereits mehrere Bundessieger hervorgebracht", erläuterte Projektbetreuer und Mathe-Lehrer Maik Schnitzer.

 

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