Ein Antikriegsroman von 1930 inspirierte den Stendaler Schriftsteller Albrecht Franke zu einer Art Gespräch mit dem Verfasser Edlef Köppen. In "Der Krieg brach wirklich aus" setzen sich nun 35 Autoren mit ihm auseinander.

Stendal l "Wer ist Edlef Köppen?", werden sich viele angesichts dieses Buches fragen, das jetzt - im Jahr des Gedenkens an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren - ins Gespräch kommt. Warum sollte uns dieses Buch über ihn interessieren? Ein 380 Seiten starker Band, in dem 35 Autoren auf ganz unterschiedliche Art laut Untertitel ein "Gespräch mit und über Edlef Köppen" führen.

Es ist kein Zufall, dass das Buch "Der Krieg brach wirklich aus" hundert Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs erschienen ist. Der Schriftsteller und Herausgeber Albrecht Franke aus Stendal will damit nicht nur den Krieg generell und die deutsche Beteiligung daran in heutiger Zeit thematisieren, sondern auch Köppens literarisches Schaffen würdigen.

Der Impuls, sich mit dem 1893 in Genthin geborenen Edlef Köppen näher zu befassen, kam bei Franke nach der Lektüre von Köppens Roman "Heeresbericht" auf, in dem dieser "abrechnete mit dem Aberwitz, dem Irrsinn des Krieges, der wie ein Schatten über Ihrem Leben stehen sollte", schreibt Franke im Vorwort. Ihn habe die moderne Art und Weise beeindruckt, wie Köppen seine Erlebnisse als Soldat im Ersten Weltkrieg darstellt. "In ¿Heeresbericht\' schafft er eine Atmosphäre, die sehr unmittelbar ist", sagt Franke, "man ist dadurch nicht nur mitten im Krieg, sondern auch in der Zeit." Und vieles davon, was er in dem 1930 erschienenen und von den Nazis verbotenen Roman schildert, lasse sich eben auch in der Gegenwart wiedererkennen.

Bei seiner Spurensuche zu Edlef Köppen begegnete Albrecht Franke auch dessen Neffen Klaus-Peter Köppen, der heute 82-jährig in Tangermünde lebt. Ihm verdankt Franke einige sehr persönliche Erinnerungen, die Eingang ins Buch fanden. Beide waren sich nach Jahren der Funkstille bei ihrer neuerlichen Begegnung 2011 einig, dass es an der Zeit sei, "dass etwas über Edlef Köppen gemacht wird".

Die jüngste Autorin in dem Buch ist 20

In dem Buch - das Franke als "lebendige Auseinandersetzung" bezeichnet - finden sich neben rein wissenschaftlichen Betrachtungen auch Gedichte und belletristische Texte; fiktive Gespräche gibt es ebenso wie nüchterne Schilderungen. Und auch Beiträge junger Menschen, Anfang und Mitte 20, sind darunter. "Ich wollte bewusst auch junge Autoren ansprechen, weil ich will, dass dieses Thema und dieser Mann auch in der jungen Generation bekannt sind", erklärt Franke.

Das Titelbild übrigens zeigt nicht Edlef Köppen, sondern einen Mann, der zur Familie einer der Autorinnen gehörte. "Er hat sich im Krieg selbst porträtiert", erklärt Franke, "und es ist ein so typisches Bild: mit Stahlhelm, dem Bart und der Stummelpfeife." So könnte auch Köppen als Soldat ausgesehen haben.

Das Buch "Der Krieg brach wirklich aus" wird am 25. März in der Katharinenkirche vorgestellt.