Tangerhütte (bsh) l Das Ergebnis einer wiederholten Nachfrage zum Treueldeich bei Bertingen fasste der stellvertretende Bürgermeister Erich Gruber während der jüngsten Ratssitzung in Tangerhütte zusammen. Mitglieder der Fraktion "Pro Region" hatten mehrfach darauf hingewiesen, dass sie im Treueldeich eine Gefahr für die Region bei Hochwasser sehen und die zeitnahe Sanierung gefordert.

Sie bekamen Unterstützung vom gesamten Stadtrat, energisch auf die Notwendigkeit einer baldigen Sanierung zu drängen. Wie das Landesamt für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft jetzt nochmal mitgeteilt habe, sei der Treueldeich aber von geringerer Priorität als Deichbaumaßnahmen im Norden Sachsen-Anhalts, so fasste es Gruber zusammen. Der Treuel am Sandkrug, der zu DDR-Zeiten irrtümlich höher als notwendig gebaut worden war, sei nach derzeitigen Prioritätenlisten für 2017 zur Sanierung vorgesehen, hieß es weiter.

Eine Standsicherheitsuntersuchung, auf die die Tangerhütter Stadträte unter anderem im Zusammenhang mit befürchteten Grundbrüchen an alten Kieslöchern hinterm Deich gedrängt hatten, soll bereits 2014 über die Bühne gehen. Das reichte für einen der Initiatoren, Wolfgang Kinszorra (WG Pro Region) aber nicht aus: "Diese Antwort ist unbefriedigend, wir werden hier vorgeführt", sagte er und sprach auch von einem "Maulkorb" des Amtes.

Er betonte noch einmal, dass es seines Wissens keinen DIN-gerechten Deich am Treuel gebe, dass Bäume im Deich wachsen und die Standsicherheit gefährdeten. Außerdem lud er interessierte Stadträte zu einer Vor-Ort-Besichtigung ein, um sich selbst ein Bild zu machen.

Unterstützung bekam er unter anderem von Daniel Wegener (CDU), der etwa auf Brandschutzvorschriften anspielte: "Jede Kita und jedes Kulturhaus werden sofort dichtgemacht, wenn Gefahr für Leib und Leben besteht. Hier besteht Gefahr für Leib und Leben und zwar für die halbe Einheitsgemeinde! Man muss eher gegen diese Gefahr vorgehen und nicht erst, wenn der Deich bricht!" Die Stadt will nun gegen die Stellungnahme des Landesbetriebes vorgehen. Widerspruch soll eingelegt werden.