Die Organisation der Bundesgartenschau 2015 in Havelberg liege beim Zweckverband in besten Händen, sagt die Mehrheit des Kreistags. Die Linke sieht diverse Baustellen.

Stendal/Havelberg l Die Organisation der Bundesgartenschau (Buga) ist bei den Havelbergern beziehungsweise bei dem dafür gegründeten Zweckverband in den besten Händen. So war der Tenor der Kreistagssitzung am Donnerstag. Ein Antrag der Fraktion Die Linke-Bündnis 90/Die Grünen, den Landkreis stärker in die Vorbereitung der Buga mit einzubeziehen, wurde mehrheitlich abgelehnt. Der Antrag stand unter der Überschrift "Bundesgartenschau 2015 - eine Herausforderung nicht nur für Havelberg, sondern für die gesamte Region".

Linke: Fachausschüsse sollen mitdiskutieren

Helga Paschke (Die Linke) begründete die Forderung der Fraktion damit, dass die erste länderübergreifende Buga Natur, Kultur, Architektur und Geschichte miteinander verbinde, woraus sich viele Zusammenhänge ergeben, welche die Region tangieren. Als "Baustellen" nannte sie unter anderem den länderübergreifenden Personennahverkehr, eine kreiseigene Immobilie am Ortseingang von Havelberg, die noch etwas zu "behübschen" sei, und die personelle Absicherung im Prignitzmuseum. Die Fachausschüsse des Kreistags sollten die für sie zutreffenden Themenbereiche diskutieren und gegebenenfalls Vorschläge für kreiseigene Aktivitäten unterbreiten. Vorher solle der Landrat über den Stand der Vorbereitungen unterrichten, insbesondere über noch offene Probleme, die in den kommenden Monaten zu klären seien. Paschke brachte darüber hinaus die Frage der wirtschaftlichen, touristischen und ökologischen Nachhaltigkeit der Buga ins Spiel. Für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Kühnel war das "ein Schaufensterantrag vor der Kommunalwahl". "Havelberger, wir sind stolz auf euch", machte er klar, dass diese Stadt die Vorbereitungen bisher alleine habe stemmen können. Die Organisation der Buga verlaufe wie geplant, es gebe keine Probleme. Würde sich der Kreis nun mit einmischen, würde er sich mit "fremden Federn schmücken".

SPD-Fraktionsmitglied Uwe Klemm, gleichzeitig Stadtratsvorsitzender in Havelberg, versicherte, dass der Zweckverband die Fäden fest in der Hand halte. Der Zeitplan werde eingehalten, in 13 Monaten könne die Buga öffnen. Fragen, die den Kreis betreffen, würden direkt mit der Kreisverwaltung geklärt werden.

Wulfänger: Es gibt noch Verschönerungen

Landrat Carsten Wulfänger (CDU) erklärte, dass in Sachen Personennahverkehr über Zubringer von Glöwen nachgedacht werde. Busse kön nten die Besucher vom dortigen Bahnhof nach Havelberg bringen.

Auch die Außenstelle der Kreisverwaltung am Ortseingang von Havelberg habe er im Blick. Die Fassade werde gestrichen, was allerdings nicht mehr als ein Potemkinsches Dorf sei. Auch das Jugendzentrum neben der Touristeninformation in Havelberg sei in einem wenig ansprechenden Zustand. Auch über die personelle Besetzung der Museen habe er sich bereits Gedanken gemacht. Beispielsweise könnten einstige Verwaltungsmitarbeiter aus Havelberg auf Teilzeitbasis wieder aktiv werden.