Tangerhütte l Vor fast einem Jahr hatte er als Berater Tangerhütte verlassen, seit Montag ist Hans-Dieter Sturm (66) wieder da - dieses Mal als beauftragter Bürgermeister, der die Amtsgeschäfte der langfristig erkrankten Bürgermeisterin Birgit Schäfer übernimmt. An seinem ersten Tag in diesem Amt begrüßte ihn CDU-Fraktionsvorsitzender Marcus Graubner mit Blumen.

"Die Probleme sind nicht kleiner geworden", sagte er und wünschte Sturm eine "friedvolle Zusammenarbeit" mit allen Beteiligten in Stadtrat und Verwaltung. Dass er so schnell wieder nach Tangerhütte kommen würde, das hätte der Niedersachse, der zwischenzeitlich auch in der Gemeinde Oberharz als vom Innenministerium beauftragter Bürgermeister im Einsatz war, wohl selbst nicht gedacht. Schon von April 2012 bis März 2013 war er als Berater der Tangerhütter Bürgermeisterin zur Seite gestellt worden.

Der Landrat des Landkreises Stendal, Carsten Wulfänger, sei nun an ihn herangetreten, berichtete Sturm in Tangerhütte. Der Landkreis hatte dem Stadtrat Ende Januar die Bestellung eines beauftragten Bürgermeisters als Vorschlag unterbreitet, um die drohende Führungslosigkeit der Einheitsgemeinde zu verhindern. Der Stadtrat hatte zugestimmt.

Lange und wiederholte Krankheitsphasen der gewählten Bürgermeisterin Birgit Schäfer, aktuell ist sie seit Juni 2013 dienstunfähig, bereiteten in der Verwaltung immer wieder Probleme. Die beiden Stellvertreter, Erich Gruber und Angelika Bierstedt, hatten mehrfach um ihre Abberufung aus diesen Funktionen gebeten, weil sie mit der dauerhaften Führung der Einheitsgemeinde neben ihren eigentlichen Aufgaben, der Leitung von Bau- und Kämmereiamt, überfordert waren. Der Stadtrat hatte Birgit Schäfer überdies zum 1. Februar formal in den Ruhestand geschickt.

Voraussichtlich bis Ende Juli wird Hans-Dieter Sturm diesmal in Tangerhütte bleiben. Und auch wenn er weiß, dass einiges zu tun ist, so sagt der erfahrene Verwaltungsfachmann doch: "Ich sehe in Tangerhütte auch positive Entwicklungen. Im vergangenen Jahr ist das strukturelle Defizit der Einheitsgemeinde abgebaut worden, die laufenden Einnahmen decken inzwischen die laufenden Ausgaben und auch an der Entlastung auf der Schuldenseite wird gearbeitet."

In den kommenden Monaten stehen nicht nur Wahlen und die Umsetzung eines Haushaltsplanes für 2014 an, Hans-Dieter Sturm wünscht sich vor allem auch ein Miteinander auf sachlicher Ebene. "Wir sind auf dem richtigen Weg und ich persönlich bin froh, dass Sie mit Ihrer Erfahrung da sind", sagte Graubner zur Begrüßung. Am Montagabend nahm Sturm bereits an der Sitzung des Sozialausschusses teil.