Stendal l Voraussichtlich Ende April/Anfang Mai werden Helikopter wieder über Waldabschnitten und Alleen kreisen, die von Eichen gesäumt sind, und das Pflanzenschutzmittel Dimilin versprühen. Es soll dem Eichenprozessionsspinner an den Kragen, genauer: an die Brennhaare gehen. Darüber informierte Christoph Dittmann vom Umweltamt des Landkreises Stendal am Dienstag im Kreis-Umweltausschuss.

Ausgehend vom Bedarf, den Kommunen bislang beim Umweltamt gemeldet haben, ist eine agrochemische Bekämpfung, also aus der Luft, auf einer Gesamtfläche von 90 Hektar und eine Besprühen von rund 1000 Bäumen vom Boden aus vorgesehen.

"Die Bekämpfung kann nur eine Linderung sein", schränkte Dittmann ein. Die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners, die vom Wind verbreitet werden und gesundheitliche Beschwerden verursachen können, würden sich bis zu sechs Jahre halten. Aus Sicht von Wolfgang März (Fraktion Landwirte für die Region) sind die Aktionen "nur ein Flickenteppich". Für die Landwirte gebe es Einschränkungen. Heu, das von den Härchen des Prozessionsspinners befallen sei, könne nicht verkauft werden, nannte er ein Beispiel.

Landkreis plant mit Kosten in Höhe von 65000 Euro

Waldemar Schreiber (CDU), der Ortsbürgermeister in Garlipp ist, machte klar, dass die Kommunen nur punktuell gegen den Schädling vorgehen können. So lässt er sie an Eichen am Spielplatz bekämpfen. "Alles andere wird zu teuer." Peter Neuhäuser, Vorsitzender des Nabu-Kreisverbandes und als sachkundiger Einwohner im Ausschuss, berichtet, dass im Land Brandenburg Altnester des Schädlings eingesammelt und verbrannt werden. Das optimiere zwar die Bekämpfung, sei aber äußerst aufwändig.

Für den angedachten "Luft- und Bodenkampf" gegen den Eichenprozessionsspinner plant der Landkreis wie im Vorjahr 65000 Euro ein. Sie werden entsprechend des Einsatzes auf die Kommunen umgelegt.