Zum Frühjahrs-Frühstückstreffen für Frauen versammelten sich gut 300 Zuhörerinnen im Schwarzen Adler. Referentin war Daisy Gräfin von Arnim.

Stendal l Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit. Das predigen Ernährungsexperten immer und immer wieder. Doch die Mahlzeit allein war es wohl nicht, die dazu führte, dass 1983 das erste Frühstück für Frauen in der Schweiz stattfand. Und es war wohl auch nicht der Grund, warum sich am Sonnabendvormittag gut 300 Frauen im Schwarzen Adler trafen. Denn neben den Leckereien vom Buffet gibt es im Frühling und im Herbst stets geistige Nahrung für die Damen. Diesmal war es Daisy Gräfin von Arnim, die Apfelgräfin.

"Wie sieht eine Gräfin aus, wir werden es heute erleben", sagte Kriemhild Irmscher zur Begrüßung. Wer eine arrogante Adlige erwartet hatte, sah sich angenehm enttäuscht. Doch bevor sie das Zepter in die Hand nahm sorgten junge Künstler der Musikschule für den richtigen Ton. Carola Halpinger hatte für die passende Dekoration gesorgt. Äpfel, liebevoll in Stoffform gestaltet und umhäkelt, lagen auf jedem Platz, alle mit einem anderen Dessin versehen. "Sie fängt immer schon ein halbes Jahr vor den Veranstaltungen an zu arbeiten", war auch Kriemhild Irmscher begeistert.

Vorurteile hielten sich nicht lange

Den Namen Apfelgräfin bekam von Arnim, weil sie sich vor einiger Zeit dieser Frucht widmete. In einer Gegend, die ihr zunächst fremd war. Als Tochter einer Schlesierin und eines Mecklenburgers wurde sie 1960 in Oldenburg geboren. Doch in Oldenburg in Oldenburg blieb sie nach dem Schulabschluss nicht. Ihr Weg führte sie durch Deutschland. Schließlich lernte sie ihren Mann kennen, der aus der Uckermark stammt. 1995 zogen die beiden ins Boitzenburger Land. Adlige aus dem Westen, natürlich gab es da Vorurteile. "Aber die blieben nicht lange", sagte von Arnim im Gespräch mit der Volksstimme.

20 verschiedene Apfelprodukte

Vor zwölf Jahren entdeckte sie die Idee auf der Straße. "Ich fuhr mit meinem Auto über Äpfel", erinnerte sie sich. Manchmal liegen gute Ideen eben wirklich auf der Straße. 20 verschiedene Varianten präsentierte sie, was aus Äpfeln gemacht werden kann. Neben Apfelsaft und Apfeltee gehören auch Apfelgelees, Apfelkonfekt, Apfelchutneys und Apfelessig zu ihrem Sortiment. Auch Apfel-Seife und Apfelsträußchen gibt es in ihrem kleinen Unternehmen. "Der Apfel ist toll, weil es ihn hier gibt und in so vielen Sorten", erklärt sie. Doch die Apfelsorten sind nicht ihre Welt allein. "Es ist wichtig die Jahreszeitenuhr zu beachten und das zu essen, was die Region hergibt", ist die Gräfin ganz bodenständig.

Und sie wollte mit ihrem Beispiel Mut machen. Mut, etwas zu wagen, ein Risiko einzugehen. Möglichkeiten dafür gebe es viele. "Wir haben mehr als man denkt", sagte sie, "man muss es nur ausbuddeln."

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