Schönfeld l Mit einer großen Party sollte Ende Februar auf Schloss Schönfeld ein Swingerclub eröffnet werden. So kündigte es die Veranstaltungsagentur "Sinfulandsaintly-Events" auf ihrer Internetseite an. Mehrere DJs sollten für Unterhaltung sorgen, die Gäste in Spielzimmern, auf Chillflächen und in Saunen auf ihre Kosten kommen. Doch daraus wurde nichts. "Der Geschäftsführer Frank Schunk hat die Miete nicht bezahlt", sagte Carsten Janssen auf Volksstimme-Nachfrage.

Optimistisch im Herbst 2012 gestartet

Janssen war bis zum Herbst vergangenen Jahres Geschäftsführer des Bordells "Madame Pompadour". Dann musste er erkennen, dass die Altmark wohl doch der falsche Ort gewesen sei. Voll Optimismus war er im Herbst 2012 an den Start gegangen, hatte mit einem Einzugsgebiet von 200 Kilometern Radius gerechnet. Auch im Dorf war die Eröffnung positiv aufgenommen worden, tue sich in dem alten Schloss doch wieder etwas und könne der Park wieder zum Spazieren und als Abkürzung zum Bahnhof Steinfeld genutzt werden.

Im Frühjahr 2013 tauchte das Schloss dann auf Immobilienseiten im Internet auf. Für 850 000 Euro sollte das "traumhafte neubarocke Schloss mit Teichanlage und Park" den Eigentümer wechseln. Der frühere Eigentümer Hermann Röpkes fungierte als Makler. Janssen dementierte gegenüber der Volksstimme das Gerücht, dass der Bordellbetrieb schließen werde: "Wir sind noch da", schrieb er.

Ein halbes Jahr später bewahrheiteten sich die Gerüchte, der Betrieb wurde geschlossen. Röpkes rechnete mit einem Verkauf bis zum Winter. Ein soziales Projekt hatte Interesse angemeldet, doch offenbar kam es nicht zum Abschluss.

Acht Jahre als Hotel-Restaurant

Nun ist das Tor durch ein zusätzliches Schloss gesichert. Laut Janssen wird das Gebäude von zwei Personen bewohnt, die so auch als Bewachung dienen. "Im Schlosspark wurden von irgendwelchen Leuten Rennen veranstaltet", erzählte Janssen. Ein Verkauf scheint nun erneut in greifbarer Nähe zu sein. "Wenn alles gut geht ist das Schloss in der nächsten Woche verkauft", hieß es gestern von Janssen. Röpkes wollte sich gegenüber der Volksstimme nicht äußern.

Von 2000 bis 2008 wurde Schloss Schönfeld als Hotel-Restaurant betrieben, in den Anfangsjahren von Röpkes selbst, ab 2004 von den Brüdern Falk und Ingo Bassenge. Nachdem die sich zurückgezogen hatten, wurde das Schloss für zwei Jahre privat genutzt, stand dann zwei Jahre leer.

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