Stendal l Offiziell eröffnet wurde am Montagabend im Uppstall-Kino die Unicef-Filmwoche. Gezeigt wurde der Film "Auf dem Weg zur Schule". Bevor es losging, begrüßte Sigrid Nellessen vom Stendaler Unicef-Team die Gäste, und freute sich darüber, dass so großes Interesse an dem Streifen herrsche, der inhaltlich hervorragend zu den Zielen des Weltkinderhilfswerkes passt. Die Bildung sei einer der wichtigsten Faktoren. Mit Trommelmusik wurden die Gäste auf die exotischen Dreh-orte des Films eingestimmt. Außerdem gab es ein internationales Buffet, das von jugoslawischem Kuchen bis zu pikanter Wurst im Blätterteig reichte.

In Saal 2 öffnete sich dann der Vorhang. Der Film verknüpft die Schulwege von Kindern aus vier verschiedenen Ländern: Kenia, Indien, Argentinien und Marokko. Jackson und Salome brauchen zwei Stunden für ihren 15 Kilometer langen Schulweg. Und das jeden Tag. Sie müssen besonders vorsichtig sein, denn allzu oft kreuzt eine Elefantenherde ihren weg. Und bei der Flucht vor den Dickhäutern kann auch schon mal die Wasserflasche auskippen.

Rostiger Rollstuhl wird vier Kilometer geschoben

Für Zahira und ihre beiden Freundinnen Noura und Zaheb ist der Weg in Marokko sogar noch länger. Sie müssen 22Kilometer zurücklegen, wofür sie vier Stunden brauchen. Allerdings findet die Schule nur montags statt.

Noch beschwerlicher ist der Weg allerdings für Samuel und seine beiden Brüder Gabriel und Emmanuel. Er sitzt nämlich im Rollstuhl und seine beiden Brüder müssen das rostige Gefährt schieben und ziehen, damit sie gemeinsam den mit vier Kilometern zwar verhältnismäßig kurzen, aber von zahlreichen Unebenheiten geprägten Weg zurücklegen können. Eine Stunde sind auch sie unterwegs. Mehr als viermal so lang ist die Strecke, die Carlito und seine Schwester Micaela in Argentinien vor sich haben. Da sie allerdings mit einem Pferd unterwegs sind, brauchen sie nur eineinhalb Stunden.

Film über Freundschaft und Geschwisterliebe

In beeindruckenden Bildern werden die Landschaften mit all ihren Unwägbarkeiten gezeigt. Es gibt aufregende Szenen ebenso wie spannende und lustige. Der Film erzählt nicht nur eine Menge über das Leben in den gezeigten Ländern, sondern auch über Geschwisterliebe und Freundschaft. Wohl jeder im Saal brauchte den Abspann zum Durchatmen.