Seit gut zwei Wochen ist es amtlich: Die rund 3000 Vereinskleingärtner im Landkreis Stendal haben einen neuen "Chef" - Manfred Meckel. Der 67-jährige Wahrburger folgt dem im September 2013 zum Präsidenten des Landesverbandes der Gartenfreunde gewählten Stedaler Peter Riebeseel als Vorsitzender des Kreisverbandes der Gartenfeunde nach.

Stendal l Den nachträglichen Glückwunsch zur Wahl nimmt Manfred Meckel gern entgegen. Nur das Wort Chef, das mag er nicht so. Es passt auch nicht zum dem Mann, der seit etwa einem Dutzend Jahre an der Spitze des Wahrburger Kleingärtnervereins "Zur Erholung" steht. Vorstandsarbeit, das sei keine Ein-Mann-Show, sagt er, im Verein so wenig wie im Kreisverband. Die Arbeit müsse sich auf viele Schultern verteilen, nicht nur wegen des sich dann verringernden Aufwandes für den Einzelnen, sondern auch wegen der gemeinsam zu treffenden Entscheidungen. Je mehr Leute beim Finden dieser Entscheidungen mitdenken, umso besser wird das Ergebnis, ist Meckels aus Erfahrung gewachsene Überzeugung.

"Ein Planschbecken im Garten für die Kinder - kein Problem"

Seit 2009 sammelt er solche Erfahrungen auch im Vorstand des Gartenfreunde-Kreisverbandes, als dessen stellvertretender Vorsitzender und in den vergangenen vier Jahren als Fachberater. Letzteren "Posten" hat er mit der Wahl zum Vorsitzenden allerdings an Vorstandskollegen Bernd Zimmermann abgegeben. "Beides zusammen funktioniert nicht", weiß Meckels Vorgänger Peter Riebeseel, der dem Stendaler Kreisverband als Geschäftsführer und stellvertretender Vorsitzender erhalten bleibt und dem Sätze wie dieser leicht über die Lippen gehen: "Für mich ist es eine Freude, einen vernünftigen Nachfolger zu haben. Manfred Meckel, dass ist eine verlässliche Größe in der Vorstandsarbeit."

Auch Ulrich Drösemeyer, dritter im Bunde des geschäftsführenden Kreisvorstandes der Gartenfreunde, weiß warum. "Was Manfred auszeichnet, das ist seine Sachlichkeit und seine Kompetenz."

Der Wechsel an der Kreisverbandsspitze ist kein Neuaufbruch, sondern kontinuierliches Weitergehen auf dem in Riebeseels "Ära" eingeschlagenen Weg. Das Kredo heißt: Kleingärtnerei ist Hobby, dass die Mitglieder im ostaltmärkischen Gartenfreunde-Verband mit aller ihnen eigenen Kreativität und der Freude daran ausleben dürfen. Weg von Dogmen und dem Klammern an Gesetzesvorgaben. Letztere müssten zwar sein, aber lediglich als auszugestaltender Rahmen und als Schutz für die Kleingärtner. Manfred Meckel nennt einige Beispiele: "Ein Planschbecken für die Kinder, ein Zierfischteich oder anderes Feuchtbiotop im Garten - kein Problem. Uns ist jede neue Idee willkommen."

Das ist das Fundament, auf dem der Gartenfreunde-Kreisverband auch die kleingärtnerische Nachwuchsarbeit aufbaut. Junge Familien, die Kinderlachen in die Vereinsanlagen mitbringen, sind ebenso willkommen wie diejenigen, die sich als klassischer Laubenpieper mit dem Hang zum Obst- und Gemüseanbau verstehen oder diejenigen, die im Liegestuhl auf sattgrünem Rasen Erholung suchen.

"Daraus können schöne Gemeinschaftsanlagen werden"

Doch Manfred Meckel und seine Mitstreitern sind auch die Probleme bewusst, die in den Vereinen auf den Nägeln brennen. Thema Leerstand. Eine Antwort, die der Kreisvorstand anbietet und die Vereine beim Umsetzen unterstützt, heißt Rekultivierung brachliegender Flächen.

"Daraus können schöne Gemeinschaftsanlagen für die Vereinsmitglieder werden", weiß Meckel auch aus der Arbeit in seinem Wahrburger Verein. Denkbar seien Streuobstwiesen, eine Schaf- oder Ziegenweide, ein Gästeparkplatz innerhalb der Vereinsanlage. Bei der Erarbeitung solcher Gestaltungskonzepte hilft der Kreisvorstand gern.

Ebenso, wie er das vor einigen Jahren ins Leben gerufene Projekt der Tafelgärten weiterführen wird. Die Idee, die damals mit Unterstützung des Jobcenters und der Akademie Facultas in einer Handvoll brachliegenden Gärten als Test anlief, wird mittlerweile auf rund 30000 Quadratmetern Kleingartenfläche praktiziert. Dort reift Obst und Gemüse heran, das im Endeffekt an den Tischen der Stendaler Tafel dankbare Abnehmer findet. Und das soll nicht die einzige Idee im Gartenfreunde-Kreisverband bleiben, die in Sachen Engagement für die Gemeinschaft künftig Früchte tragen könnte.

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