Die Dr.-Arthur-Schulz-Straße in Stendal hat eine wechselvolle Namensgeschichte. Dass ein neues Kapitel hinzugefügt wird, scheint gegenwärtig wenig wahrscheinlich.

Stendal l "Könnte die Dr.-Arthur-Schulz-Straße nicht wieder ihren alten Namen bekommen. Das war ja mal die Nachtigalstraße", regt Volksstimme-Leserin Ursula Bauermeister an. Auf die Idee kam die Rentnerin, die als Ursula Schulze in der damaligen Nachtigalstraße aufwuchs und inzwischen seit 50 Jahren in Belkau lebt, nach einem Volksstimme-Beitrag am 25. April. Darin hatte die Stendaler Redaktion über das Anbringen eines Zusatzschildes am Nachtigalplatz berichtet. Es informiert über den Arzt und Afrikaforscher Gustav Nachtigal, nach dem der Platz nahe des Tangermünder Tores benannt ist und auf dem ein Denkmal mit seiner Büste steht.

1891 wurde die Büste aufgestellt, die an den 1834 in Eichstedt geborenen und 1885 auf einem Schiff vor Afrika gestorbenen Nachtigal erinnert. Anfang der 1930er Jahre wurde der Platz erstmal offiziell als Nachtigalplatz bezeichnet und 1937 die damalige Magdeburger Straße in Nachtigalstraße umbenannt. Das blieb bis 1969 so. Dann wurden sowohl Straße als auch Platz umbenannt: in Dr.-Arthur-Schulz-Straße und in Leninplatz. 1990 schließlich erhielt der Nachtigalplatz seinen Namen zurück. Eine Dr.-Gustav-Nachtigal-Straße existiert inzwischen im Stadtseegebiet.

Daran dürfte sich auch nichts ändern. Die Stadtverwaltung sei bislang noch mit keiner Forderung nach einer erneuten Umbenennung konfrontiert worden, erklärt Stadtsprecher Klaus Ortmann auf Nachfrage. Und er fügt an: "Es besteht kein Bedarf." Zudem macht er darauf aufmerksam, dass Umbenennungen Umschreibungen von Papieren der Anwohner nach sich ziehen und damit für sie auch Kosten verursachen. Nach den jüngsten Eingemeindungen im Zuge der Gebietsreform seien die Umbenennungen abgeschlossen.

Nachtigal sei mit dem Platz am Tangermünder Tor und der Straße im Stadtseegebiet gewürdigt, meint Ortmann. Diese Würdigung soll es auch für Arthur Schulz (1885-1963) geben. Der Winckelmann-Forscher war erster Ehrenbürger der Stadt nach 1945.

Ursula Bauermeister indes sieht sich weiterhin als "Nachtigalstraßen-Kind".