Stendal l "Die Preise sind ein großer Unterschied", sagt Jagoda. Die Viertklässlerin ist eine von 13 polnischen Kindern und Jugendlichen, die im Rahmen der Städtepartnerschaft mit Pulawy derzeit in Stendal zu Gast sind. "Und das Essen", sagen Krystian und Filip. Nicht nur, dass in Polen herzhafter gekocht wird. "In ihrer Schule gibt es auch eine eigene Küche, da wird gegessen wie zu Hause", erklärt Lehrer Marek Pawulski. Und in der Grundschule Nord? "Gibt es warmes Essen auf kalten Tellern", Senf-eier nennt er als Beispiel.

Unterschiede im Alltagsleben


Es sind eben diese Alltagserfahrungen, nach denen die Kinder bei ihrer Fahrt nach Deutschland gesucht haben. Manche wollten das Land sehen, andere neue Menschen kennenlernen, aber die meisten sagten auch, dass sie den Alltag erleben wollen, was Deutsche essen, wie sie wohnen, wie ihre Kultur aussieht.

Sowohl in Pulawys Grundschule als auch Gymnasium ist bekannt, dass es Partnerschulen in Stendal gibt, wer an einer Besuchswoche interessiert ist, kann sich melden. Die Zahl hat sich seit Beginn des Austausches konstant bei rund 15 gehalten. "Die Grundschüler müssen dann an der Deutsch-AG teilnehmen, am Gymnasium ist Deutsch zweite Fremdsprache", erklärt Pawulski. Ein ähnliches Angebot gibt es an der Grundschule Nord nicht. Die Verständigung funktioniert trotzdem. "Auf Englisch, per Zeichensprache oder mit dem Smartphone", zählen die Stendaler Grundschüler auf. Es gibt eine Deutsch-Polnische-Übersetzungs-App.

Wenn im kommenden Jahr der Austausch in Richtung Polen ansteht, dann wollen die Stendaler auch dabeisein. Eine Erfahrung, die sowohl Pawulski als auch Schulleiterin Petra Brachmann für sehr wertvoll halten. "Aus den Kindern werden durch so eine Reise sehr offene Menschen", sagt Pawulski.

Erfahrungen, die das Leben erleichtern


Ab und zu trifft er Teilnehmer von 2002, die nun studieren, teilweise schon eine eigene Familie haben. "Ihnen fällt auch durch den Austausch vieles leichter, weil sie eine bestimmte Einstellung zum Leben bekommen haben", hat der Lehrer festgestellt. Die Stendaler Schulleiterin sieht es ähnlich. "Ich bin schon aus den vergangenen Jahren davon beeindruckt, welche Verantwortung die Schüler für ihre Gäste übernommen und selbstständig gearbeitet haben", meinte sie. Manchmal werde Kindern einfach zu wenig zugetraut.

Bis zum kommenden Sonntag sind die polnischen Schüler, die neben Marek Pawulski auch von Robert Och begleitet werden, noch in der Stadt. Außer an der Grundschule Nord sind einige von ihnen auch an Sekundarschulen und Gymnasien.

In Nord wird am Freitag ein deutsch-polnisches Projekt zum Abschluss gebracht. Die Kinder haben zusammen an Zaunlatten und Steinen für ein Beet gearbeitet. "Das", meint Brachmann, " ist etwas, das unsere Außenanlage verschönert und bleibt". So wie die Austauscheindrücke.