Stendal l An den wenigen Stellen des Schwanenteiches im Stendaler August-Bebel-Park, die nicht von Entengrütze bedeckt sind, sammeln sich die Fische. "Immer häufiger schnappen auch die Größeren unter ihnen an der Wasseroberfläche nach Luft", berichtet der Gewässerwart des Stendaler Anglervereins, Jürgen Schwarzlose. Wenn weiterhin kein frisches Wasser zugeführt werde, drohe das Gewässer "umzukippen". Soll heißen, dass die Fische aufgrund des Sauerstoffmangels verenden.

Teichpächter ist der Landesanglerverband, welcher den Verein mit der Pflege und Bewirtschaftung des Gewässers betraut hat. Doch die Masse an Entengrütze, die fast die gesamte Wasseroberfläche bedeckt, können die Angler nicht bewältigen. Im vergangenen Jahr musste die Feuerwehr bereits durchpumpen, erinnert sich Schwarzlose. Auf diese Weise konnte sich das Wasser wieder mit Sauerstoff anreichern. Doch das sei keine Dauerlösung.

Hinzukommt, dass der Wasserzu- und abfluss vom Flüsschen Uchte fast zum Erliegen gekommen ist. "Der verschlammte Zuflusskanal und Schilf am Abfluss behindern den Kreislauf", erklärt der Gewässerwart. Wenn diese Wege befreit würden, könne ein starker Regenguss das Problem vorerst mindern. Dann würde das Gefälle zwischen der aktuell wenig wasserführenden Uchte und dem Teich ausgeglichen. Die Entengrütze kann dann Schwarzlose zufolge abfließen. Ein einfaches Abkeschern sei schwer zu realisieren, da Helfer an manchen Uferstellen im Schlick versinken würden. Eine Konzentration der grünen Brühe mittels Ölsperren kann laut Schwarzlose eine Lösung sein.

Der Anglerverein hofft, dass die Stadt als Teichbesitzer, seinem Versprechen, die Kanäle von Schilf und Schlamm zu befreien, nachkommt. Dort heißt es: "Die Beseitigung der Anlandungen im Einlaufbereich und Auslaufbereich erfolgen zweimal im Jahr und bei Bedarf ."

Der Bedarf scheint akut zu sein. Denn der für die nächsten Tage erwartete Regen könnte die Lage im Teich entspannen. Dafür sollten jedoch die Zu- und Abflüsse frei sein.