Stendal (bb) l Das Schicksal des Stendaler Familienzentrums Färberhof hängt davon ab, ob die Stadt und das Land weiterhin zu ihren Förderungen für das Unternehmen stehen. "Das ist der Dreh- und Angelpunkt", sagte Insolvenzverwalterin Karina Schwarz gestern auf Volksstimme-Nachfrage. In den kommenden drei Wochen werde es entsprechende Gespräche geben, so die Magdeburger Rechtsanwältin.

Die Familienzentrum Färberhof gGmbH hatte am 8. Mai Insolvenz anmelden müssen. Das Unternehmen betreibt in Stendal einen Kindergarten sowie ein Bistro Regional, das Schulen und Kindergärten mit Essen aus regionalen Produkten versorgt sowie ein Bistro betreibt. Die Kindereinrichtung wurde 2005 eröffnet, das Bistro kam 2012 hinzu. Ein erhöhter Krankenstand im Bistro habe zur finanziellen Schieflage beigetragen, wie Geschäftsführerin Marika Mund vor einem Monat als Begründung für den Insolvenzantrag angab.

Es werde ein Vergleich mit den Gläubigern angestrebt, sagte die Insolvenzverwalterin. Wenn darüber hinaus geklärt ist, dass Fördermittel im bisherigen Umfang fließen werden, dann könne die "Ausgabenseite an die Einnahmenseite angepasst" werden, so Karina Schwarz.

Bis Ende Juli müsse dem Insolvenzgericht ein Gutachten vorgelegt werden. Wenn dies positiv ausfalle, dann könne der Geschäftsbetrieb zumindest des Kindergartens angegangen werden, so die Insolvenzverwalterin. Inwiefern dann das Bistro noch eine Rolle spiele, werde in "mehreren Szenarien" derzeit geprüft. 46Mitarbeiter sind betroffen.