Einblicke in ihre ehrenamtliche Arbeit gestatteten die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr Tangerhütte am Wochenende. Das Werben neuer Mitglieder war Ziel dieser Aktion.

Tangerhütte l "Wenn sich nur ein weiterer Tangerhütter nach diesem Tag für die Arbeit der Feuerwehr interessiert, dann hat sich der Aufwand gelohnt", sagte Gerry Michlik am Sonnabend während des Tages der offenen Tür am neuen Gerätehaus. Der Stadtwehrleiter machte keinen Hehl daraus, dass es immer schwieriger werde, neue potenzielle Feuerwehrfrauen und - männer hinter dem Ofen vorzulocken. Im Gegensatz zu vielen anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten sei die freiwillige und unentgeltliche Einsatzbereitschaft der Kameraden nämlich rund um die Uhr gefragt.

Besucher übten Umgang mit Schere und Spreizer

Jüngst bewies dies der nächtliche Brand eines Strohlagers in Uchtdorf und davor der Wohnungsbrand in Cobbel. Containerbrände oder die Beseitigung von Ölspuren seien dagegen schon Alltagsgeschäft. Durchschnittlich einmal pro Woche müssen Michlik und seine Kameraden zu Ernstfällen ausrücken. Personelle Verstärkung ist also willkommen.

Mit viel Aufwand wurde die Veranstaltung vorbereitet. Letzten Endes bekamen die Besucher dafür einen Querschnitt der Feuerwehrarbeit geboten. Bei über 30 Grad schwitzten Mitglieder der Jugendwehr in ihren schweren Einsatzkombis beim Löschangriff für die Zuschauer. Passend zur Jahreszeit demonstrierten die Kameraden außerdem, wie ein Grill richtig angezündet wird. Sie zeigten aber auch, was passieren kann, wenn der falsche Brandbeschleuniger, beispielsweise Spiritus, verwendet wird. Das auch am heimischen Herd Vorsicht geboten ist, wurde nach einer provozierten Fettexplosion deutlich.

Der Einsatz der Helfer ist aber auch gefragt, wenn keine Flammen im Spiel sind. So kam das Hebekissen zum Einsatz, als die Bergung einer unter Betonplatten verschütteten Person nachgestellt wurde. Die richtige Handhabung von Schere und Spreizer, um einen Menschen aus dem Autowrack zu befreien, führten unterdessen Frank Lueder und Chris Stekla vor. An dieser Station konnten die Zuschauer übrigens für kurze Zeit selber in die Rolle eines Retters schlüpfen. Sie durften die Geräte bedienen und anschließend das herausgeschnittene Stück mit nach Hause nehmen.

Traditionell laden die Kameraden übrigens am 1. Mai zum Tag der offenen Tür ein. Ausnahmsweise wurde der Termin in diesem Jahr nach hinten verschoben, da im Frühjahr am neuen Gerätehaus noch gebaut wurde. Organisiert wurde diese Veranstaltung von den 48 Tangerhütter Kameraden im aktiven Dienst und der elfköpfigen Nachwuchswehr in Eigenregie. "Eigentlich müsste es eine Aktion der Verwaltung sein", so der Seitenhieb Michliks in Richtung Rathaus. Schließlich handele es sich beim Brandschutz um eine Pflichtaufgabe der Kommune.

 

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