Mit einem großen Festumzug durch das mit Wimpelketten geschmückte Dorf läutete Bittkau am Wochenende sein Jubiläumsfest ein. 90 Jahre Feuerwehr und 151 Jahre Sängertradition ließen sich prima verbinden.

Bittkau l "Musik ist die größte Gabe und ein Geschenk Gottes ... Singen verbindet in Freud und Leid", so sagte Pfarrerin Janette Obara am Sonnabend in Bittkau und sie fügte hinzu, warum das sowohl auf die Feuerwehr als auch die Sänger zutrifft: Die einen singen, während die anderen tatkräftig mit anpacken.

Und genau das war auch am Sonnabend auf dem Bittkauer Festplatz so. Neben einem stimmungsvollen Sängertreffen, an dem Chöre aus Lüderitz, Glindenberg, Wolmirstedt, Schnackenburg und der Frauenchor Grieben vertreten waren, warteten am späteren Nachmittag auch Vorführungen der örtlichen Feuerwehr. Auch die hatte zu ihrem Jubiläumsfest Besuch bekommen - von den Feuerwehren aus Jerchel und Grieben, aber auch aus Burg waren einige Vertreter mit historischen Gerätschaften dabei.

Während sich der große Festumzug durchs Dorf formierte, an dem neben Ortsbürgermeister Klaus Spötter und Pfarrerin Janette Obara auch der Beauftragte des Landkreises an Bürgermeisterstelle, Hans-Dieter Sturm, mit seiner Ehefrau teilnahm, warteten die Zuschauer schon im ganzen Ort verteilt auf das Schauspiel. Und der Zug konnte sich sehen lassen. "Wenn ich diesen Umzug sehe, dann denke ich an den Kölner Karneval", sagte Moderator Maik Schiersmann später auf der Festbühne.

Hans-Dieter Sturm war als Vertreter der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte nicht ohne ein Präsent gekommen und zeigte Sinn für Humor, als er sich mit den Worten Wilhelm Buschs selbst so ankündigte: "Der Onkel der was mitbringt, ist besser als ne Tante, die Klavier spielt!" Er überbrachte Grüße des Stadtrates und der Verwaltung sowie eine Finanzspritze für jeden der beiden Jubiläumsvereine an die Vorsitzenden Thomas Groke (Männergesangsverein) und Torsten Schulze (Feuerwehrförderverein) und das kam gut an.

"Das macht mich gleich ein wenig gesünder"

Karl-Heinz Pukallus, langjähriger Chorleiter aus Bittkau

Auch die Ehrenurkunde des Landkreises wurde an dem Tag überreicht. Dass der Männergesangsverein Bittkau, der seit 1997 mit dem Männergesangsverein in Grieben fusionierte und seither als "Vereinigter Elbchor" auftritt, schon 151 Jahre feierten, das hatte mit dem Hochwasser im vergangenen Jahr zu tun. Aufgrund der dramatischen Ereignisse wurde damals das Sängertreffen kurzfristig abgeblasen.

Ein ähnlich großes Fest wie jetzt gab es aber auch schon zum 100-jährigen Bestehen des Männergesangsvereins und daran erinnerte sich Karl-Heinz Pukallus (81) noch gut. Nach schwerer Krankheit war der langjährige Leiter des Elbchores, der damals auch den Zusammenschluss initiiert hatte, jetzt erstmals wieder mit auf der Bühne dabei.

Und das nutzten seine Sangesbrüder um Vereinsvorsitzenden Thomas Groke und den musikalischen Leiter Tilman Frieser gern: Sie zeichneten Pukallus für seine Verdienste aus und bedankten sich bei ihm für sein Wirken. "Danke für die Ehrung, das macht mich gleich ein klein wenig gesunder", sagte Pukallus und gab auch einen Auftrag mit: "Ich hoffe, dass Tilman Frieser noch lange mitmacht, damit der Chor auch seinen 200. noch feiern kann!" Geehrt und mit Präsenten bedacht wurden aber auch der langjährige Vorsitzende des Männergesangsvereines, Herbert Wulsch und auch Chorleiter Tilman Frieser. Mit einem gemischten Programm der Chöre ging der Nachmittag in den gemütlichen Teil über, bevor die Feuerwehr ihre Vorführungen begann.

An große Festumzüge in Bittkau erinnerten sich an dem Tag aber auch Gustav und Eveline Nethe, die extra aus Magdeburg in ihre alte Heimat gekommen waren. Die Eltern von Eveline Nethe hatten dort einst eine Bäckerei und die handgeschlagenen Torten ihrer Mutter sind bis heute im Ort berühmt. Auch Marlies Severin erinnert sich gerne daran, dass Hertha Hausdorf bei Festen noch bis ins hohe Alter als Bäckerin mit im Einsatz war. "Wir haben viele Umzüge miterlebt und viele Schiffergeschichten gehört und kennen noch die Zeit, als das Bittkauer Brot morgens um 7 Uhr in Hamburg zum Verkauf ankam", erzählt Gustav Nethe. Seine Frau sagt: "Es hat sich hier vieles verändert."

Im Festumzug mit dabei waren übrigens nicht nur Sänger und Feuerwehrleute, auch die Vereine Bittkaus und Griebens, vom Heimatverein über die Angler bis hin zum Griebener Sportverein zogen mit und sorgten für ein buntes Bild.

   

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