Seit fast 60 Jahren haben die Veterinärmediziner in Stendal am Haferbreiter Weg ihren Sitz. Heute sind sie Teil des Amtes für Verbraucherschutz. Einige Gebäudeteile stammen noch aus der Gründungszeit. Diese sollen ersetzt werden.

Stendal l Wenn es in Sachsen-Anhalt um Tierseuchenbekämpfung geht, dann sind immer Fachleute aus Stendal dabei. Rund 70 Mitarbeiter sind am Fachbereich Veterinärmedizin des Landesamtes für Verbraucherschutz tätig. Ein Teil dieser Mitarbeiter arbeitet heute noch in einem Gebäude, das aus den 1960er Jahren stammt. Seinerzeit wurde das Veterinärwesen in Stendal am Haferbreiter Weg etabliert. "Es wird Zeit, dass etwas passiert", sagt Amtsleiter Wolfgang Gaede.

Viel schlimmer noch als die Büroräume der schnellen Eingreifgruppe ("Task Force") des Amtes sieht es mit den Technikräumen aus. So ist unter anderem die Heizung und die Abwasseraufbereitungsanlage in einem alten Gebäude untergebracht, an dem allerorten der Putz von den Wänden fällt. "Das ist vermutlich die marodeste Landesimmobilie, die noch genutzt wird", sagt Amtsleiter Gaede.

Tiere werden schon lange nicht mehr vor Ort gehalten

Er ist froh, dass die Landesregierung in dieser Woche Mittel in Höhe von 3,5 Millionen Euro für zwei Neubauten bewilligt hat (die Volksstimme berichtete). "Jetzt kann es in die Planung gehen", sagt der Stendaler Behördenleiter. Er möchte gerne, dass alle Gebäudeteile des Landesamtes am Haferbreiter Weg 132 zusammengefasst werden. Zwischen 1997 und 2000 wurden am Standort bereits acht Millionen Euro investiert und Gebäude saniert und eine neue Pathologie gebaut.

Bisher ist ein Gebäude noch auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Es gehört zu einem großen Gebäudekomplex mit alten Stallungen, die schon lange nicht mehr von Veterinärmedizinern genutzt werden. "Früher sind dort kranke Schweine und Pferde untergebracht gewesen", sagt Wolfgang Gaede. Zu DDR-Zeiten war die Einrichtung als Bezirkstierklinik (BTK) und später als Bezirksinstitut für Veterinärwesen (BIV) bekannt.

Mit Tieren auf dem Gelände hat das Landesamt schon lang nichts mehr zu tun. "Seit rund 15 Jahren gibt es die Unterbringung vor Ort nicht mehr", sagt Gaede. Vielmehr wird in Laboren gearbeitet und werden Proben analysiert. Rund 600000 tierseuchendiagnostische Untersuchungen werden jedes Jahr vorgenommen. Dazu kommen 2000 bakteriologische Fleischuntersuchungen.

Gerade aufgrund der teilweise belasteten Proben ist es wichtig, dass im Stendaler Landesamt eine Abwassersterilisation stattfindet, damit keine Seuchen in den Umlauf gebracht werden, erläutert Gaede. Genau für diese Abwasseraufbereitung ist nun dringend ein neues Gebäude notwendig.

Nach bisherigen Planungen soll das Technikgebäude an der selben Stelle gebaut werden, an der nun noch das marode Haus steht. Bis 2000 war dort nicht nur die Technik untergebracht, sondern auch die Pathologie und Mikrobiologie. Es soll für die Technik also quasi eine neue Hülle geschaffen werden. An das Gebäude anschließen soll sich der Neubau für die Mitarbeiter der Task Force.

Die Landesanstalt in Iden erhält 13,6 Millionen Euro

In der Prioritätenliste des Landes steht die Baumaßnahme in Stendal ganz oben. Insgesamt werden zwischen 2015 und 2017 58,1 Millionen Euro für acht Landesgebäude ausgegeben. In der Altmark wurde auch die Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau in Iden berücksichtigt. Für die Sanierung eines Hauses gibt es 3,5Millionen Euro sowie 10,1Millionen Euro für den Aufbau eines Kompetenzzentrums für art- und umweltgerechte Nutztierhaltung.

 

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