Wahrburg (ta) l Viel Geduld wird den Wahrburgern in Sachen Lärmschutzssanierung an der Bahnstrecke entlang der Tornauer Straße abverlangt. Mit ersten Baumaßnahmen vor Ort rechne die Bahn erst ab 2020. Ob dann allerdings gleich die Sanierung des Lärmschutzes angegangen werde, sei noch nicht sicher, erklärte Roland Lübtow, Abteilungsleiter der Deutschen Bahn Netz AG Magdeburg.

Entlastung frühestens 2020

Am Mittwochabend erklärte er beim Wahrburger Ortschaftsrat, inwieweit die Pläne der Deutschen Bahn bezüglich des zweiten Bahngleises auf der Strecke Stendal-Uelzen, der sogenannte Amerika-Linie, gediehen seien. Zum einen könnte das zweite Gleis parallel zum ersten verlaufen und somit in Wahrburg direkt im Wohngebiet an der Tornauer Straße entlang führen. Möglich sei aber auch eine Nord-Variante, die ein Stendaler Wohngebiet ausspart. Beides bringt einen erhöhten Güterzugverkehr mit sich und damit eine noch höhere Lärmbelastung. Derzeit wird eine Kosten-Technikanalyse durchgeführt. Der Ausbau sei frühestens 2020 geplant.

So lange wollen die Wahrburger nicht warten, erklärt Ortsbürgermeisterin Carola Radkte. "Die Anwohner, die am Gleis wohnen, können sich im Garten kaum unterhalten, so laut ist es." Mit dem Ausgang der Gesprächsrunde ist sie allerdings nicht zufrieden. "Auf unsere konkreten Fragen, wie uns Wahrburgern geholfen werden könne, konnte er keine Antwort geben. Auch die Zeitangaben, wann welche Maßnahmen wie umgesetzt werden sollen, waren nur vage. Das ist nicht zufriedenstellend für uns", sagte Radtke auf Nachfrage der Volksstimme.

Roland Lübtow, der sich bei der Beantwortung der Fragen gerne hinter seinem Arbeitgeber versteckte, "weil wir uns ja auch an die Regeln halten müssen", gab tatsächlich nur ausweichende Antworten auf direkte Fragen. Nur auf die Frage, wie den Anwohnern kurzfristig geholfen kann, hatte Lübtow Antwort parat: "Gar nicht. Eine schnelle Lösung ist aus planungstechnischen Gründen nicht möglich", erklärte er auf Nachfrage der Volksstimme. Dazu müssten genaue Pläne für den Verlauf des zweiten Gleises vorliegen, erst dann können die notwendigen Berechnungen zu Lärmschutz erfolgen und mit den Maßnahmen begonnen werden. Mit ersten Ergebnissen rechne er in drei bis vier Jahren, mit der Umsetzung frühestens 2020. "Bis dahin können wie die Situation für die Anwohner leider nicht ändern", so Lübtow.

Auch ein weiterer Punkt stößt den Wahrburgern sauer auf. "Es führen drei stark befahrene Gleis-Strecken an Wahrburg entlang", erklärt Radtke. "Aber nur für eine soll es Lärmschutzberechnungen geben. Das kann nicht sein. Die Bündelung der Strecken macht doch den Lärm aus." Mit Verständnis reagierte Roland Lübtow auf diesen Einwand, konnte aber auch hier nur an andere Instanzen verweisen. "Da müssen sie sich direkt an das Bundesverkehrsministerium wenden. Dort liegen die Zuständigkeiten."

Bürger wollen mitreden

Damit wollen sich die Wahrburger nicht zufrieden geben. "Wir wollen so schnell wie möglich die Zahlen für die Lärmkartierung haben. Aber bisher hat die Bahn diese nicht veröffentlicht", meinte Radtke. Zum Jahresende sollen die Zahlen bekannt gegeben werden. Wenigstens das konnte Lübtow den Wahrburgern zusagen. "Wir wollen auf jeden Fall an den Planungen beteiligt werden, damit wir in Sachen Lärmschutz mitreden können", fügte sie hinzu. "Das hat ja beim letzten Mal auch nicht geklappt. Dieses Mal werden wir aber Druck machen."

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