Tangermünde l Das gab es schon lange nicht mehr - ein Burgfest ohne Sonnenschein. Statt Sonne begleiteten Regen, grauer Himmel und Wind das dreitägige Fest. Die Reaktion von Bürgermeister Rudolf Opitz: "Der Himmel weint, dabei bin ich doch noch da." Aber es war das letzte Burgfest, dass Opitz als Stadtoberhaupt erlebte. Im nächsten Jahr zu dieser Zeit wird er bereits seinen Ruhestand genießen. Ein anderer wird dann das Zepter schwingen.

Allerdings tat das fürs Burgfest untypische Wetter dem Ganzen keinen Abbruch. Bereits am Freitagabend flanierten Tausende durch die Stadt, erkundeten die Angebote zwischen Neustädter Tor und Eulenturm, in der Schlossfreiheit sowie zwischen Hafen und Bleichenberg. Der Rummel wurde zum Treffpunkt für die Jugend. Wer dreh-, schwindel- und höhenangstfrei war, kam hier an allen drei Tagen auf seine Kosten. Wer hungrig Tangermündes Festareal erreicht hatte, musste auf keinen Fall wieder hungrig nach Hause gehen.

Livemusik auf der Marktbühne und am Bleichenberg sorgte an allen Tagen für beste Unterhaltung. "Das Udo-Lindenberg-Double war einfach fantastisch", schwärmte Maik Tolter. Mit seinem Freund war der Radtourist aus Cottbus erstmals in Tangermünde zu Gast. "Es ist Zufall, dass wir heute hier sind." Auch Wolfgang Liebisch alias "Oly Wollie" holte mit seinen Countryliedern etliche Gäste auf die Tanzfläche des Festzeltes am Bleichenberg.

"Der Himmel weint, dabei bin ich noch da." Bürgermeister Rudolf Opitz

Im Zentrum der alten Kaiserstadt waren es unter anderem Schüler der O`brien-Musikschule, die am Sonnabendnachmittage Musik boten. Rainer Trunk und Band sowie Lysander bestritten das frühe und späte Abendprogramm mit großartigen Darbietungen doch nicht übermäßig vielen Zuhörern. Sehr gut besucht war dagegen das Festzelt am Bleichenberg während der Radio-SAW-Party. "Wir sind am Sonnabend immer am Hafen unterwegs und gegen 22 Uhr laufen wir in Richtung Bleichberg, damit wir einen guten Blick auf das Feuerwerk haben", erzählten zwei Ehepaare aus Sachsen, die seit vielen Jahren regelmäßige Besucher des Burgfestes sind. Schon am Freitag reisten sie an. "Wir wollen unbedingt dabei sein, wenn der Kaiser durch die Stadt reitet", begründeten sie ihren mehrtägigen Aufenthalt in der Stadt.

Doch bevor es soweit ist, dass der Kaiser und dessen Gefolge durch die Innenstadt kommen, bedarf es einiger Vorbereitungen. "Der Kaiser und dessen Mitstreiter werden bei uns Station machen, hier die Fahrzeuge abstellen und sich umziehen", berichtete Heike Bruckert vom Tangermünder Ruderclub (TRC).

Das erste Fahrzeug mit zwei Pferden vom Billberger Hof erreichte am Sonnabend gegen 13.30 Uhr den TRC-Parkplatz. Katrin Ihloff und Juliane Fuhrmann aus Buch hatten die Tiere dort abgeholt, um Kaiser und Kaiserin auf diesen Pferden durch die Stadt begleiten zu können. Wenig später waren auch Rüdiger Albrecht, Leonie Schmidt und Gesa Benthien mit ihren Pferden und etlichen Helfern in Tangermünde angekommen.

Bevor sie alle in ihre historischen Kostüme stiegen, wurden die Tiere von den Hängern geholt, geputzt und gesattelt. Neben dem üblichen Sattel gab es Zierdecken für die Pferderücken. Mädchen und Jungen, die regelmäßig auf dem Bucher Hof Albrecht reiten, packten mit an. Schließlich halfen sie auch Kaiser und Kaiserin in deren Kostüme und der Kaiserin in ihrem ungewohnten Reitgewand hinauf aufs Pferd. Kaiserin Leonie Schmidt hatte in diesem Jahr wieder ihr eigenes Pferd aus Berlin mitgebracht. Doch nicht erst am Sonnabend war sie angereist, sondern bereits einen Tag zuvor, hatte in Buch übernachtet und zum Auftritt während des Umzugs das Tier wieder in den Hänger steigen lassen.

Während auf dem TRC-Gelände die letzten Vorbereitungen für den Ritt durch die Stadt getroffen wurden, war Rüdiger Albrecht mit seinem Pferd schon einmal zu einem Ausritt unterwegs. Auf der großen Tangerwiese, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit parkenden Autos zugestellt war, absolvierten beiden einige Runden.

"Der Kaiser macht bei uns Station." Heike Bruckert vom TRC

Pünktlich zum Start des Umzug standen die Reiter am Neustädter Tor, um mit Ordnungshüterin a.D. Elke Freytag und den Milkauer Schalmeien voran in Richtung Burgberg zu gelangen. Eine kleine, aber dafür nett anzuschauende Gruppe an Gefolge begleitete das Kaiserpaar auf seinem Weg. Erstmals waren drei Männer auf dem Burgberg zu hören. Michael Siegmund, Stadtrat und zum Umzug Fahne schwenkend voran laufend, überreichte dem Kaiser dessen Rede. Bürgermeister Rudolf Opitz ließ daran anschließend die vergangenen zwölf Monate Revue passieren.

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