Stendal (mr) l Den von Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) am Sonnabend bei der Pro-A-14-Demonstration in Stendal erneut bekräftigten Zeitplan, dass die Nordverlängerung der Autobahn durch die Altmark im Jahr 2020 durchgängig befahrbar sein soll, hält die für die Region zuständige Grünen-Landtagsabgeordnete Dorothea Frederking für überholt. Auch Webel wisse, "dass die A 14-Planungen durch die Altmark im Zuge der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans in Berlin einer neuen Prüfung unterzogen werden", betont sie.

Bei der im Juni vom Bundesverkehrsministerium vorgelegten Vorschlagsliste für die Überarbeitung des Plans sind Teile die Nordverlängerung der A 14 der grünen Gruppe zugeordnet worden. An diesen Straßen soll nicht mehr gerüttelt werden. Der Teil von Lüderitz bis zur Landesgrenze gehört jedoch zur roten Gruppe. Frederking: "Diese Abschnitte müssen vollständig neu geprüft werden, unabhängig von den bestehenden Planungen. Dies schließt völlig neue Verkehrsprognosen mit ein."

Das Kosten-Nutzen-Verhältnis soll laut Ministerium in den nächsten Monaten ermittelt wird. Bis Ende 2015 dürfte eine Rangfolge feststehen, über die der Bundestag dann abstimmt.

Baufreiheit bis 2020?

Anders als das Magdeburger Verkehrsministerium geht die Grünen-Politikerin davon aus, dass der Altmark-Abschnitt dann "nicht mehr vordringlich sein wird". Sie bekräftigt daher die Forderung ihrer Partei, als Alternative den Ausbau der vorhandenen Bundesstraße 189 nebst Ortsumgehungen vorzubereiten. Hier müsste indes ein neues Genehmigungsverfahren gestartet werden, das sich über Jahre hinziehen würde.

Unterdessen gibt es in der Landespolitik erste Stimmen, die davon ausgehen, dass aufgrund der bisherigen und noch zu erwartenden Klagen des Umweltverbandes BUND eine komplette Fertigstellung der A 14 bis 2020 unrealistisch ist. Wichtig sei, dass bis zu diesem Zeitpunkt Baufreiheit für alle Abschnitte herrscht, heißt es.