Nein, Schluss damit! Kein Wort mehr übers Parken hier auf meinem Sperlingsberg! Ich habe alles gesagt, was mich dazu bewegt, andere haben es auch getan. Stendaler mit Herz für ihre Stadt und dem nötigen Sachverstand für deren Gestaltung haben den Plan, Gleichgesinnte um sich zu scharen, um dem bunten Blech zu Füßen Idas den Kampf anzusagen, längst aufgegeben.

Wir haben erkannt: Diese Stadt kann ohne diese sieben plus zwei Stellplätze (zwei für Behinderte, sieben für die anderen) nicht existieren. Die Geschäftsleute rund um den Platz nicht, weil sie sonst pleite gehen; große Teile der Stadträte nicht, weil sie glauben, sich als deren Lobby gebärden zu müssen; die Stadtverwaltung nicht, weil sie offenbar zu bequem ist, etwas zu verändern.

Den Goldesel der Stadt nicht verjagen

Das ist zugegebenermaßen eine Unterstellung. Aber wie sonst sollte man die jüngsten Äußerungen aus dem Fachamt deuten, die Verwaltung tendiere dazu, das Parken auf dem Platz weiterhin zu erlauben. Es lief doch alles so gut bisher. An die Begrenzung auf die sieben plus zwei Plätze hielt sich sowieso keiner, und das Ordnungsamt zeigte sich über all die vielen Jahre nicht in der Lage, etwas Wirksames dagegen zu tun. Wollte dies wohl auch nicht ernsthaft, um den kleinen Goldesel für die Stadtkasse nicht zu verjagen. Eigentlich hätte die Verwaltung ein Zusatzschild aufstellen können mit der herzlichen Einladung an die Autofahrer, sich auch außerhalb der gekennzeichneten Flächen ein hübsches Plätzchen zu suchen.

Gegen ein Parkverbot, so wird nun im Rathaus argumentiert, sprächen die hohen Kosten, die gestalterische Veränderungen verursachen würden. Neue Poller an der Rathenower Straße wären notwendig, fünf Bäume müssten gepflanzt und mehrere Bänke aufgestellt werden. Jede Bank soll übrigens 7000 oder gar 10000 Euro kosten. Ich mag mich irren, aber daran glaube ich nicht.

Argumente dagegen finden sich immer

Wer mal über die Web-Seiten der Anbieter von Stadtmobiliar surft, findet ein vielfältiges Parkbankangebot mit Stückpreisen zwischen 800 und 2000 Euro, die Mehrzahl um die 1000 Euro. Vielleicht bin ich ja nicht bis zu den platinbeschichteten Hightech-Sitzmaschinen vorgedrungen. Aber wenn man etwas nicht will, dann finden sich immer Argumente dagegen. Traurig ist nur eines: Wir Stendaler haben für unseren charmantesten, zauberhaftesten, mit dem einzigen Brunnen der Stadt gezierten Platz nicht nur offiziell keinen Namen, sondern auch keine Verwendung. Die kleine schöne Beule am südlichen Ende der Breiten Straße, die man auf Kaffeehausstühlen oder wenigstens Parkbänken genießen sollte, wird wohl auch in den nächsten Jahren von Autos zugepflastert sein. Aber Schluss jetzt! Ich sage kein Wort mehr übers Parken auf dem Sperlingsberg.