Ehemalige Klinker trafen sich an dem Ort, der einst Heimatdorf, Geburts- oder auch nur Wohnort bedeutete. Das Wiedersehen begann in der schmucken Kirche, die in den vergangenen Jahren aufwendig saniert und restauriert wurde.

Klinke l "Die kleine Kirche von Klinke freut sich über viele Besucher", hieß Pfarrerin Johanna Brilling am vergangenen Sonnabend gut 40 ehemalige Klinker in dem spätromanischen Findlingsbau willkommen. Eigentlich sollte zu dem Treff die neue Turmkugel mit Zeitdokumenten bestückt und aufgesetzt werden. Doch die Abstimmung mit der Baufirma hatte nicht funktioniert. "Schade. Es hat nicht geklappt", stellte die Pfarrerin fest.

Turm neu geschiefert und Dachstuhl ausgebessert

So verwies Johanna Brilling bei der Gelegenheit zumindest auf die Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten der vergangenen Jahre. Zuletzt wurde der Turm neu geschiefert und der Dachstuhl ausgebessert. Es wurde eine Menge Geld investiert. Gottesdienste finden aber nur noch selten statt.

Zum Klinker Ehemaligen-Treffen waren die Beteiligten neben den Einheimischen unter anderem aus Berlin, Magdeburg, Pasewalk, Pforzheim und Jena angereist. Einige hatten sich seit über 60 Jahren nicht mehr gesehen. Zu den Initiatoren der Zusammenkunft gehörte Christian Finger, der in Thüringen zu Hause ist.

Der Treff sollte am Rande des Tages des offenen Denkmals stattfinden. In der Klinker Kirche trafen sich die Ehemaligen zur Mittagszeit. Für Christian Finger ein ganz besonderer Ort. Sein Großvater Johannes Schapper war der letzte Pfarrer in Klinke. Er hatte das Amt von 1917 bis 1957 inne. Die genaue Datierung hatte Finger am Sonnabend der Pfarrerin zu verdanken. Johanna Brilling hatte unter anderem alte Kirchenbücher mitgebracht.

Nach dem Besuch der Kirche zu Klinke, der mit einer Andacht verbunden war, unternahmen die ehemaligen Klinker einen Rundgang durch das Dorf. Dabei wurden zahlreiche Erinnerungen wach. Von Klinke aus ging es noch zur Deetzer Warthe. In Stendal verbrachten die Ehemaligen dann den Rest des Tages. Mit Waltraud Hagedorn nahm an dem Klinker Ehemaligen-Treff auch die derzeit älteste Klinkerin teil. Sie ist mittlerweile 76 Jahre alt. Knapp 60 Jahre ihres Lebens verbrachte Annemarie Pieper in Klinke. Am Rande der Zusammenkunft erzählte sie, dass sie noch bis 2011 in Klinke (jetzt in Stendal) gelebt hat.

"Lassen sie uns dem Geist von Klinke nachspüren", forderte Pfarrerin Johanna Brilling in ihrer Andacht zu Beginn des Ehemaligen-Treffs in der Kirche. Die einstigen Klinker sollten sich gedanklich "in "schöne Zeiten" versetzen, die sie in dem Dorf erlebten. Zur Erinnerung hatte Brilling auch einen Kelch aus dem Jahr 1646 mitgebracht, den unzählige Generationen zuvor in ihren Händen hielten.

Bei der Zusammenkunft mit den ehemaligen Klinkern geriet Johanna Brilling ins Schwärmen. Über die Kirche und über das Dorf. "Es ist ein besonderes Dorf", stellte die Pfarrerin für sich fest. "Es ist wie ein kleines Schmuckkästchen, das man zwischen Bäumen versteckt hat."

Die ehemaligen Klinker haben es am Sonnabend wiederentdeckt.