Der Gemeinderat Hohenberg-Krusemark sprach sich während seiner Sitzung am Dienstag gegen die Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes (LSG) "Altmärkische Wische" aus. Eine Diskussion über den Sinn des LSG ging dem voraus.

Hohenberg-Krusemark l Von der vom Landkreis Stendal vorgesehenen Ausschreibung des Landschaftsschutzgebiets "Altmärkische Wische" sind in der Gemeinde Hohenberg-Krusemark vor allem die Gemarkungen Altenzaun, Hindenburg und Schwarzholz betroffen. Gemeinden und Träger öffentlicher Belange haben Gelegenheit, zur geplanten Neuausweisung des Landschaftsschutzgebietes Stellung zu beziehen. So auch Hohenberg-Krusemark. Die Stellungnahme war Thema der Sitzung.

Auf einer Gesamtfläche von mehr als 20 000 Hektar soll das Landschaftsschutzgebiet "Altmärkische Wische" ausgewiesen werden. Ziel ist der Erhalt eines charakteristischen Landschaftsbildes. Jede Veränderung dort, wäre dann von der die Umweltbehörde zu genehmigen. Bürgermeister Dirk Kautz nannte die Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes "ein zweischneidiges Schwert".

"Es ist, als hätten wir die Wahl zwischen Pest und Cholera"

Olaf Schmidt, Ratsmitglied

Auch Ratsmitglied Olaf Schmidt sieht das Für und Wider in der Ausweisung eines Schutzgebietes. Er sieht diese mit großen Einschränkungen für die Landwirtschaft einhergehen. Mit der Ausweisung könne zudem die Gefahr der Vernässung des Gebietes bestehen, das um 1150 von Holländern mit dem Bau eines Deiches zwischen Altenzaun und Beuster, der die Elbe von der Wische trennte, trocken gelegt wurde. Fortan war dort Ackerbau möglich. Andererseits befürwortet Schmidt, dass mit einem Landschaftsschutzgebiet der Monokultur auf Feldern sowie Windkraftanlagen in der Wische und Massentierhaltung entgegen gewirkt werde. "Es ist, als hätten wir die Wahl zwischen Pest und Cholera. Kommt das Landschaftsschutzgebiet besteht die Gefahr, dass Behörden dort entscheiden. Kommt es nicht, sind Monokultur und Windräder zu befürchten."

Der kurzen Diskussion folgte die Abstimmung. Sechs Ratsmitglieder sprachen sich gegen die Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes "Altmärkische Wische" aus. Es gab eine Gegenstimme sowie ein Stimmenthaltung.

Wie der Bürgermeister informierte, haben auch die Einwohner die Möglichkeit Einwendungen oder Hinweise zum Landschaftsschutzgebiet kund zutun. Bis zum 8. Oktober haben sie dazu Gelegenheit. Es liegen entsprechende Unterlagen in den Verwaltungssitzen in Goldbeck und Arneburg aus. Diese sind während der Öffnungszeiten der Verwaltungshäuser einsehbar.