Mit dem Besuch des Bilderbuchcafés von Kerstin Maslow im Juni war die Veranstaltungsreihe "Zukunftsforum - Stadt, Land, Karriere in Sachsen-Anhalt" in der Altmark angekommen. Am Mittwoch ging sie in Kläden in die zweite Runde.

Kläden l "Ohne meine motivierten Mitarbeiter wären wir noch lange nicht so weit", sagte am Mittwochabend Antje Mandelkow, Geschäftsführerin von Kelles Suppenmanufaktur in Kläden. Als Preisträgerin im Wettbewerb "Frauen gestalten Zukunft" sprach sie gemeinsam mit Renate Meidt und weiteren Podiumspartnern anlässlich des zweiten Zukunftsforums über berufliche Chancen und Herausforderungen für kleine und mittelständische Unternehmen in der Altmark.

Seit der Gründung des Unternehmens in Kläden hat sich die Mitarbeiterzahl des Lebensmittelbetriebes vervielfacht. Kein Wunder, immerhin beliefert die Manufaktur mittlerweile 2000 Märkte in ganz Deutschland. Eine steile Entwicklungskurve hat auch Logistikprofi Renate Meidt hinter sich. Nach dem alleinigen Start vor zwei Jahren hat sie nun schon zwei Mitstreiter, die gemeinsam mit ihr LKW-Ladungen durch ganz Europa schicken. Doch das Spektrum hat sich inzwischen schon gewandelt. "Wir können nicht nur LKW, wir können auch mit der Bahn", sagt die dreifache Mutter.

Auch wenn viel Routine in den Job kommt, bleibe er immer wieder spannend. So habe sie erst kürzlich einen Container nach China geschickt, einen Möbeltransport nach Irland organisiert und will nun eine Großkamera nach Los Angeles auf den Weg bringen. "Das zeigt, dass die Region viele Chancen bietet", sagte Janine Koska, die die Gesprächsrunde am Mittwoch in Kläden moderierte.

Einen echten Fachkräftemangel, da waren sich die Teilnehmer einig, gibt es nicht. Podiumsgast Hans-Jürgen Kaschade formulierte das Phänomen als "Personalmangel in bestimmten Tätigkeiten". Die Lösung dafür liege neben der Umschulung auch in dem Abwerben von geeignetem Personal aus anderen Ländern. Dann führe der Weg nicht über die Metropolen, sondern eher aufs Land. Auch er sieht in der Altmark viel Potenzial. Allerdings müssten sich die Menschen noch mehr mit ihrer Heimat identifizieren. Frauen wie die beiden Unternehmerinnen seien wichtige Vorbilder.