Der Neubau mit der Nummer 192 - eine Fähre für die Hansestadt Bremen - lief gestern in Tangermünde vom Stapel. Heute vor genau einem Jahr war der Vertrag zum Bau dieses 4,5-Millionen-Euro-Projektes unterschrieben worden.

Tangermünde l Zum Stapellauf in Tangermünde gehörte es gestern, eine Sektflasche an dessen Bauch zu werfen. Diese Aufgabe übernahmen am Vormittag die Schwestern Jette und Jule Laurich mit ihrem Vater Torsten - Betriebsratsvorsitzender in der Schiffbau- und Entwicklungsgesellschaft Tangermünde (SET). Die drei hatten damit das Signal gegeben, den Neubau einer Fähre für die Hansestadt Bremen für seine Fahrt ins Wasser freizugeben.

"Am 27. September 2013 hatten wir den Vertrag zum Bau unterschrieben", berichtete SET-Geschäftsführerin Christel Börsch. Zur Kiellegung am 10. Januar dieses Jahres waren etliche Vertreter der Hansestadt und der Fähren Bremen-Stedingen GmbH an die Elbe gekommen. Geplant gewesen war, diesen Akt bereits am 6. Dezember zu vollziehen. Doch der Orkan über Norddeutschland ließ diesen Termin ungenutzt verstreichen. So hatte der Rohbau der Fähre im Januar schon mehr Form angenommen, als es sonst zu einer Kiellegung üblich ist.

Schon einmal hatte die Hansestadt Bremen in Tangermünde den Neubau einer Fähre in Auftrag gegeben: 2010 mit der Neubaunummer 182, Stapellauf im März 2011. Für dieses Jahr kam ein weiterer Auftrag aus dem Norden hinzu. "Die SET hat sich in einer europaweiten Ausschreibung gegen alle anderen Anbieter durchgesetzt", verriet Andreas Bettray, Geschäftsführer der Fähren Bremen-Stedingen GmbH, im Januar.

Am 14. November wird die Fähre in Bremen getauft

Neben dem Neubau eines Ölfangschiffs widmeten sich die Tangermünder Schiffsbauer der Fähre. Gestern ging sie zu Wasser, wird bis Ende Oktober die Erprobung durchlaufen und in Betrieb genommen werden. "Am 14. November wird die Fähre in Bremen getauft", sagte Christel Börsch. Der Neubau wird im Norden Deutschlands als Ersatzfahrzeug zum Einsatz kommen. Fünf Fähren betreibt die Hansestadt, befördert damit täglich etwa 14 000 Berufspendler, Schüler, Studenten und Urlauber. Der Neubau aus Tangermünde ist 14 Meter breit und 59 Meter lang, kann bis zu 150 Tonnen Last aufnehmen und eine Geschwindigkeit von 13 km/h erreichen. Geplant ist, sie zwischen Bremen Nord und dem Landkreis Wesermarsch zum Einsatz zu bringen.

120 Männer und Frauen (inklusive 17 Lehrlinge) sind derzeit Mitarbeiter der SET. In Genthin und Tangermünde sind sie im Einsatz, werden auch bei Projekten in Roßlau und Bremen unterstützen. Da die SET zur Heinrich-Rönner-Unternehmensgruppe mit Sitz in Bremerhaven gehört, ist es möglich, an verschiedenen Standorten zu arbeiten. Außerdem müssen bis zum Jahresende noch zwei Eisbrecher fertiggestellt werden, die in Genthin gebaut werden. Drei hat die SET bereits für die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost gebaut und übergeben.

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