Deutschlandweit beteiligten sich am Freitag 609Einrichtungen an der Aktion "Türen auf!". Initiiert wird diese vom WDR mit seiner "Sendung mit der Maus" und den Lach- und Sachgeschichten.

Stendal l Eine richtige Maus bekamen die rund 20 Kinder gestern im Winckelmann-Museum nicht zu sehen. "Die können wir hier auch nicht gebrauchen", sagte der Museumspädagoge Falko Leonhardt bei einem Rundgang hinter die Kulissen des Stendaler Winckelmann-Museums. Gezeigt wurden das Depot, die Büstensammlung, das Möbellager, die Bibliothek sowie einige Büros.

Marder und Fuchs wurden schon gesichtet

"Wir hatten schon mal einen Marder hier", berichtete Leonhardt im Möbellager. Dieser habe einiges angeknabbert. Auf dem Aussengelände habe er vor kurzem sogar einen Fuchs laufen sehen. Aber gerade in der Bibliothek mit seinen teilweise bis zu 200 Jahre alten Büchern müsse besondere Sorgfalt geübt werden. "Mäuse würden die Bücher kaputt machen", berichtete er. Selbst der Schweiß an den Fingern zerstöre das Papier. Darum blätterte Falko Leonhardt in einigen Exemplaren mit weißen Handschuhen.

Zuvor hatte schon die Kuratorin Kathrin Schade den Kindern einen Einblick in die abgedunkelten Kammern des Depots gegeben, wo viele Exponate gelagert und teilweise bearbeitet werden. "Wir müssen hier auf die Raumtemperatur und die Luftfeuchtigkeit achten", sagte sie. Bilder würden nicht viel Licht vertragen. Ein Bewegungsmelder sichert die Räume gegen Einbruch ab. "Aber gerade im Sommer geht die Anlage öfter mal mit Fehl-alarm los", erzählte Schade. Schon eine Fliege könne den Alarm auslösen.

Einige Exponate sind mehr als 2000 Jahre alt

Im Depot lagern auch antike Ausgrabungsgegenstände. "Die sind teilweise 2000 Jahre alt", erläuterte Schade den Kindern sowie deren Eltern. "Wo bleibt denn nun die Maus?", wollte am Ende des rund 45-minütigen Rundgangs ein kleines Mädchen wissen. Zum Glück hatte Falko Leonhardt noch einige Aufkleber und Sticker der WDR-Maus parat.

Der Museumspädagoge betonte, dass gerade die Kinder eine wichtige Klientel für das Museum sind. Im laufenden Jahr zählte die Einrichtung bislang rund 6000 Kinder als Besucher. "Das sind rund zwei Drittel", so Leonhardt. Über die spezielle Pädagogik sei es möglich nicht nur die Kinder selbst, sondern auch Erwachsene anzusprechen. Auch beim gestrigen Rundgang waren es die Eltern, die die Fragen stellten. Die Kinder waren dann beim Aufstieg des Trojanischen Pferdes wieder vorne weg.