Keine Frage, die Kinderuniversität Stendal ist ein Erfolgsprojekt und erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Jetzt startet die Uni bereits in ihr 14. Semester und freut sich auf neue Herausforderungen und alte Traditionen.

Stendal l "14 Semester, das sind ja fast schon Langzeitstudierende", sagt Anne Lequy, Rektorin der Hochschule Magdeburg-Stendal, beim gestrigen Pressetermin zum Start in das neue Semester der Kinderuniversität Stendal. Ein Augenzwinkern Lequys verrät, dass das natürlich nicht ernst gemeint ist. Langzeitstudierende, das Wort klingt ja doch eher nach dem Typus Student, der mit seinem Studium einfach nicht fertig wird.

Mumien, Tiere und der Weltraum sind gefragt

Bei der Kinderuni ist das anders. Wer hier Langzeitstudent ist, hat viele Vorlesungen besucht und mindestens schon seinen Bachelor-Abschluss, wenn nicht sogar schon seinen Master oder sogar den Doktor- beziehungsweise Professorentitel erreicht. Langzeitstudenten an der Kinderuni sind also fleißig, wissbegierig und vor allem neugierig. Mit diesen Voraussetzungen haben sie dafür gesorgt, dass die Kinderuniversität Stendal bereits in ihr 14. Semester starten kann.

"Wir sind sehr froh, dass die Besuchsfrequenz bei fast allen Veranstaltungen ungefähr gleich ist", erklärte Falko Leonhardt, Koordinator der Kinderuni Stendal. "Wir zählen zwischen 80 und 100 Besucher pro Veranstaltung. "

Weltraum, Mumien, Tiere, das seien die Themen, mit denen man die Kinder am meisten beeindrucken könne "und die von den Kindern auch am häufigsten gewünscht und angefragt werden", sagt Michael Klundt, Professor für Angewandte Kindheitswissenschaften und Projektleiter der Kinderuniversität Stendal. Deshalb finden sie auch im kommenden Wintersemester wieder Berücksichtigung, etwa bei der Frage, wie man eine Mumie herstellt, wie der Leuchtturm von Alexandria funktionierte oder was die Menschen noch nicht von der Reise von Rosetta zum Kometen P/67 Tschuri wissen.

Vom 25. Oktober bis zum 28. Februar können die Kinderstudenten in die Welt der Antike eintauchen und die Rollen sagenhafter Gestalten hineinschlüpfen. Durch die Zusammenarbeit mit der Winckelmann-Gesellschaft, die das Kinder-Erlebnismuseum betreibt, sei man hier immer auf dem neuesten Stand der Dinge, was historische Sachen betrifft, sagt Max Kunze, Präsident der Winckelmann-Gesellschaft. Besonders gefreut haben sich die Veranstalter übrigens darüber, dass sie in diesem Semester das Thema Weltraum mit auf den Plan nehmen können und dafür entsprechende Experten gefunden haben. "Es war besonders schwer umzusetzen, weil wir Ansprechpartner vor Ort suchen. Raumfahrt ist in der Altmark nicht unbedingt heimisch", sagt er weiter. Umso schöner für diejenigen, bei denen der Weltraum ganz oben auf der Themenwunschliste stand. Sie können dann am 28. Februar durch kosmische Sphären schweifen.