Stendal l Regina Gehlhar ist sauer. Die Chefin der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft Stendal (GWG) hat aus der Zeitung erfahren, dass die Gelben Säcke durch Gelbe Container und Tonnen ersetzt werden. Und das findet sie schlechten Stil. So schrieb sie am 25. September einen Brief an Landrat Carsten Wulfänger (CDU) und erstattete eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen "alle, die über die Köpfe der Großvermieter hinweg Dinge beschließen, ohne sie vorher besprochen zu haben".

Mittlerweile seien auch die Mieter auf das Thema aufmerksam geworden, würden sich bei der GWG nach Einzelheiten erkundigen, doch die müsse die Antworten schuldig bleiben. Auch das ist für Gelhar ein untragbarer Zustand. Und die Antwort auf ihren Brief, die vom Beigeordneten Denis Gruber erarbeitet wurde, trug auch nicht gerade zur Besänftigung bei. Darin steht: "Neu ist für die GWG, dass für den Container eine Stellfläche vorgehalten werden muss." Der Dienstaufsichtsbeschwerde wurde nicht entsprochen.

Wiederum wandte sich das Vorstandsmitglied an den Landrat. "Ich weigere mich, so einen Umgang miteinander hinzunehmen", sagte sie gestern im Gespräch mit der Volksstimme. "Ich würde Sie wirklich bitten, einen derartigen Umgang miteinander nicht zuzulassen", appellierte sie in ihrem Schreiben vom 15. Oktober an den Landrat.

Und auch ein Gespräch mit dem zuständigen Projektleiter des Entsorgers Cont-Trans, Thomas Winter, trug nicht zu Entspannung bei. Im Gegenteil. Winter sei alle Grundstücke abgefahren, habe die Papiertonnen gezählt und auf dieser Grundlage solle der Bedarf an Gelben Tonnen und Containern ermittelt werden. "Mir ist völlig unverständlich, wo da die Verbindung liegen soll", meinte Gehlhar. Außerdem gebe es Häuser, bei denen die Papiertonnen im Keller stehen. Wie solle dort der Bedarf ermittelt werden. "Und an dem Haus, in dem unser Büro ist, stehen sieben Papiertonnen, weil wir ein großes Papieraufkommen haben, bekommen wir dann auch sieben Gelbe Tonnen", fragte sie. Doch konkrete Antworten habe ihr Winter nicht gegeben, lediglich bemerkt, dass man Probleme doch dann lösen könne, wenn sie auftreten. "Ich lasse mir doch aber das Mitdenken nicht verbieten", meinte Gehlhar kopfschüttelnd und vermutete, "dass sich da jemand logistisch verschusselt hat".

Es gehe hier nicht um Einzelinteressen, sondern um das Wohl von mehr als 300 Mietern. Bislang habe in den Anlagen Ordnung geherrscht und das solle auch so bleiben. "Ich wünsche mir", sagte Gehlhar abschließend, "eine Liste, auf der steht, was vorgesehen ist, da finden sich bestimmt Optimierungsmöglichkeiten".