Zum Ende des Berufsberatungsjahres 2013/14 lag das Verhältnis von Bewerbern und Ausbildungsstellen im Arbeitsagentur-Bezirk Stendal fast bei eins zu eins. Für die 1186 Ausbildungsstellen hatten sich 1240 Bewerber gemeldet.

Stendal l Der Ausbildungmarkt 2013/14 ist abgeschlossen, fast alle gemeldeten Lehrstellen sind besetzt. Für Markus Nitsch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stendal, ein gutes Zeichen: "Der Ausbildungsmarkt in der Altmark bot den jungen Menschen auch in diesem Jahr wieder beste Chancen." Mit 1240 Bewerbern - dabei handelt es sich nur um die, die sich zur Beratung bei der Arbeitsagentur gemeldet haben - gab es zum Vorjahr nur einen leichten Rückgang von 0,6 Prozent. Bei den Ausbildungsstellen lag der Rückgang bei 0,3 Prozent, insgesamt waren es 1186. Fazit: Die Zahl der Lehrstellen und der Bewerber nähern sich immer mehr an. Vor zehn Jahren sah es noch ganz anders aus: Im Jahr 2004 gab es knapp 3900 Bewerber für 888 Ausbildungsstellen. Zum Ende des Berufsberatungsjahres 2013/14 waren noch 38 Bewerber ohne eine Stelle, dem standen sechs unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber.

Übernahmequote ist leicht angestiegen

"Die Ausbildungsmarktsituation in der Altmark bleibt also lukrativ. Alle Jugendlichen, die ernsthaft einen Ausbildungsplatz in der Region suchen, finden einen", sagte Markus Nitsch. Dass es bei wenigen nicht gleich im ersten Anlauf klappt, liegt zum Beispiel am Festhalten am Berufswunsch. "Es empfehlen sich Praktika, um seine Neigungen zu entdecken", erklärte der Chef der Stendaler Arbeitsagentur. Wichtig sei, "dass man aus der Schablone herausschaut". Dazu gehöre für ihn auch, dass Frauen sich in Männerberufen verwirklichen können. Markus Nitsch denkt zudem an die Arbeitgeber, die ihre freien Stellen nicht besetzen konnten: "Sie sollten auch schwächeren Absolventen eine Chance geben."

Bei den zehn meist- gefragten Berufen und den zehn Berufen, in denen es die meisten Ausbildungsplätze gab, gibt es nur vier Übereinstimmungen (siehe Infokasten). Für die Statistik wurden die Erstwünsche berücksichtigt. Positiv beim Ausbildungsmarkt ist auch eine leichte Verbesserung bei den Schulabschlüssen. Etwas mehr als die Hälfte der Bewerber verließ die Schule mit dem Realschulabschluss, 28 Prozent mit einem Hauptschulabschluss.

Auch nach der Ausbildung stehen die Chancen nicht schlecht. Die Übernahmequote in Sachsen-Anhalt ist leicht gestiegen. Markus Nitsch: "Wer hier eine Ausbildung hatte, hat hier eine Zukunft. Junge Menschen mit guter Ausbildung in der Altmark unterzubringen, ist möglich." Zu den sogenannten Chancenberufen gehören die in der Metall- und Elektrobranche. Dort gebe es schon jetzt einen Mangel an Fachkräften.