Stendal (bb) l Ein 27-jähriger Mann aus Hämerten musste sich am Mittwoch am Landgericht Stendal wegen schwerer Brandstiftung verantworten. Das Amtsgericht Stendal hatte ihn Ende Juni dieses Jahres zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt, wogegen der Angeklagte und auch die Staatsanwaltschaft nun in Berufung gegangenen sind. Der Mann, der derzeit in der JVA Burg in Untersuchungshaft sitzt, wurde in Handschellen ins Gericht gebracht. Der einschlägig vorbestrafte gebürtige Küritzer soll am 4. Februar 2014 drei Autos in Wolmirstedt, Stendal sowie in Hämerten in Brand gesetzt haben - davon in Stendal ein Polizeiauto. Es entstand ein Schaden von mehr als 17000Euro, wie Richterin Sabine Becker aus den Unterlagen des Amtsgerichts entnahm. Wie schon bei den Verhandlungen am Amtsgericht weigerte sich der Angeklagte auch gestern Angaben zu seiner persönlichen Situation sowie zu den Tatvorwürfen zu machen.

Es gibt jedoch Videos der Bahn, eine Telefonortung sowie Briefe des Angeklagten an Mutter und Schwester, die zumindest die Brandstiftungen in Wolmirstedt sowie in Stendal belegen. Es war jeweils ein hinterer Reifen angesteckt und dadurch das gesamte Fahrzeug in Brand geraten. "Es ist eindeutig klar, dass der Angeklagte an den drei Brandorten war. Außerdem ähnelt sich die Vorgehensweise stark", sagte Richterin Becker.

Nach den Unterlagen war der Angeklagte am Tattag vom Landeskrankenhaus in Bernburg mit dem Zug zurück nach Stendal unterwegs, in Wolmirstedt machte er einen Zwischenstopp. Ein Bahnvideo könne nicht belegen, dass der Angeklagte an dem Abend aufgrund von Alkohol unter Ausfallerscheinungen gelitten habe. "Die Umstände sind insgesamt unklar", sagte Becker.

Gestern wurden der Besitzer des angezündeten Autos in Wolmirstedt sowie ein Polizist als Zeugen vernommen. In der kommenden Woche gibt es weitere Zeugenvernehmungen.