Das Thema Grundschulen und Horte beschäftigte am Montag erneut den Verbandsgemeinderat Arneburg-Goldbeck. Unter anderem soll der Werbener Schulhort vorsorglich gekündigt werden. Außerdem wurde die Weiterführung der Außenstelle Rochau der Grundschule Goldbeck für ein Jahr beschlossen.

Goldbeck l Auf scharfe Kritik stieß gleich eingangs der Sitzung der Tagesordnungspunkt "Beschluss zur Durchführung von Baumaßnahmen an den Grundschulen Arneburg und Goldbeck". Mehrere Ratsmitglieder äußerten ihr Unverständnis darüber, dass dieses Thema überhaupt auf der Tagesordnung zur Beschlussfassung steht, ohne dass darüber in den Fachausschüssen beraten wurde. Jochen Hufschmidt stellte den Antrag, das Thema erst einmal im Gremium zu beraten und noch nicht zu beschließen.

Verschiedene Gründe für schlechte Hort-Auslastung

Mike Bardehle beantragte sogar, den Tagesordnungspunkt ganz abzusetzen und an die Ausschüsse zu verweisen. Nach diesem Vorschlag zog Hufschmidt seinen Antrag zurück. Der Antrag Bardehles wurde schließlich mit großer Mehrheit beschlossen und der Tagesordnungspunkt damit abgesetzt. Seit der Schließung vierer von zuvor sieben Grundschulstandorten in der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck zum Schuljahresbeginn 2014/2015 im Zuge der Umsetzung der Schulentwicklungsplanung gilt die Ausnahme für die Weiterführung des Schulhortes Werben. Problem ist jedoch, dass die Einrichtung derzeit lediglich von zehn Schülern besucht wird. Damit ist der Hort von einer Auslastung weit entfernt. Die Personalkosten für die dortige Hortbetreuung belaufen sich auf rund 47000 Euro pro Jahr.

Die Diskussion dazu eröffnete Werbens Jochen Hufschmidt. Wie er ausführte, sei er als Bürgermeister natürlich für die Weiterführung des Hortes. Klar sei natürlich auch, dass die Zahl von zehn Kindern sehr gering ist. "Als Hauptursache wird in Beratungen häufig angeführt, dass sich Eltern mit ihren Kindern zum Schulbesuch in Seehausen angemeldet haben. Ein weiterer Grund ist die schlechte Beförderungssituation der Kinder. Schulschluss ist gegen 13 Uhr, aber die Kinder kommen erst über eine Stunde später in Werben an."

Früherer Schulbeginn in Iden auf dem Prüfstand

Wie Hufschmidt weiter ausführte, lohne sich für einige Eltern die angebotene Betreuungszeit von einer Stunde nicht, drei Stunden seien jedoch zu lange. Vielen Eltern würde daher erstens eine Betreuungszeit von zwei Stunden entgegenkommen; eventuell sei auch ein früherer Schulbeginn in Iden in Erwägung zu ziehen - statt 8.10 Uhr um 7.30 Uhr. Hufschmidt: "Die Lage mit nur zehn Kindern im Werbener Hort ist misslich, aber es könnte etwas zur Verbesserung der Situation beigetragen werden." Gabriele Andert berichtete, dass der Schul- und Sozialausschuss sich ausführlich mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Die späte Schulanfangszeit in Iden, um 8.10 Uhr, sorge auch für die Eltern und Kinder aus dem Bereich Königsmark und Walsleben für Probleme. Der Sozialausschuss habe daher die Empfehlung ausgesprochen, eine Umfrage unter allen Eltern zu machen, wer konkret für einen früheren und wer für einen späteren Schulbeginn ist. Andert ergänzte, dass sich ihres Wissens gerade die Eltern aus dem Bereich Werben für einen späteren Schulbeginn ausgesprochen hätten. Die Verbandsgemeinderäte aus dem Bereich Werben wollen nun noch einmal die betreffenden Eltern aus dem Bereich Werben befragen, unter welchen Bedingungen sie bereit wären, ihre Kinder nach Werben in den Hort zu schicken.

Wie Verbandsgemeindebürgermester Eike Trumpf und Hauptamtsleiter Ronny Gabel auf Nachfrage informierten, könnten im Falle einer Schließung des Werbener Horts alle Kinder, die jetzt noch den Werbener Hort besuchen, auch in Iden aufgenommen werden. Trumpf wies zudem darauf hin, dass es die Möglichkeit gebe, eine vorsorgliche Kündigung des Werbener Hortes auf den Weg zu bringen, die für den Fall in Kraft treten würde, dass die Zahl der betreuten Hortkinder Werben nicht in dem Maße steigt, dass der Weiterbetrieb zu vertreten sei. So beschloss es das Gremium am Ende auch einstimmig. Die Kündigung zum Schuljahr 2015/2016 wird damit vorsorglich ausgesprochen.

Außerdem beschloss der Verbandsgemeinderat, die Außenstelle Rochau der Grundschule (GS) Goldbeck über das Schuljahr 2014/2015 hinaus für zunächst ein Jahr weiterzuführen.

Das Gremium zeigte sich davon überzeugt, dass dies notwendig ist, da die GS in Goldbeck die Schülerschaft der Außenstelle aufgrund der räumlichen Gegebenheiten zum Schuljahr 2015/2016 nicht aufnehmen kann. Um die Außenstelle Rochau der GS Goldbeck zu stabilisieren, werden die Schüler der Ortschaft Groß Schwechten, die eigentlich zur Hansestadt Stendal gehört, weiterhin in Rochau beschult. Für das Schulahr 2014/2015 liegt eine Ausnahmegenehmigung seitens der Oberen Schulbehörde vor.

Entscheidung über Schule in Rochau von Jahr zu Jahr

In Goldbeck ist der Neubau einer Grundschule beziehungsweise die umfassende Sanierung der bestehenden GS geplant. Noch ist offen, für welche Varianten es Fördermittel geben wird und wann die Baumaßnahmen abgeschlossen werden können. Über die Weiterführung der Schul-Außenstelle Rochau soll daher von Jahr zu Jahr neu entschieden werden.