Stendal l "Ich bitte um Ihr Verständnis, dass ich auch heute an meine gesetzlich verankerte Verschwiegenheitspflicht gebunden bin und deshalb für ein Interview nicht zur Verfügung stehe", teilte der heutige Bundestagsabgeordnete auf eine Anfrage der Volksstimme aus der vorigen Woche mit.

Mehrere Leser hatten sich in den vergangenen Wochen an die Redaktion gewandt, da sie mehr über die Rolle des langjährigen Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Sparkasse und seine Ansichten zu der Affäre wissen wollen und kein Verständnis für dessen Schweigen äußerten.

Unterdessen gerät der ranghohe CDU-Politiker stärker in den Fokus der juristischen Aufarbeitung der Verfehlungen. "Herr Hellmuth hat alles gesehen", erklärte Ex-Vorstandschef Dieter Burmeister vorigen Mittwoch vor dem Landgericht. Burmeister bezog seine Äußerung auf seine häufig gewechselten Dienstwagen.

In dem Prozess, bei dem es um die Klage des langjährigen Sparkassen-Chefs gegen seine fristlose Entlassung und die Streichung seiner Altersbezüge geht, werden jetzt auch Kredite an Firmen von Hellmuths Vor-Vorgänger als Landrat, Lothar Riedinger (CDU), eine Rolle spielen. Wie die Vorsitzende Richterin Haide Sonnenberg in der Verhandlung erläuterte, wirft die Sparkasse Burmeister vor, hier riskante Geschäfte verantwortet zu haben, wodurch dem Kreditinstitut ein Schaden von 520000 Euro entstanden sein soll.

Nach Volksstimme-Recherchen spielt hier auch Jörg Hellmuth mehrfach eine Rolle. So soll unter seinem Vorsitz als Verwaltungsratsvorsitzender mindestens ein Kredit bewilligt worden sein, vor dem die Sparkassen-Mitarbeiter abgeraten hatten. Hellmuth hat zudem als Landrat in einem Fall die Überziehung des Kreditrahmens für eine Firma Riedingers freigegeben.

Hellmuths Nachfolger im Landratsamt und Verwaltungsrat, Carsten Wulfänger (CDU), hatte in diesem Herbst die Klageerweiterung auf riskante Kreditgeschäfte über die Sparkassen-Anwälte eingereicht.

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