Stendal l 200 Jahre Otto von Bismarck und die Buga in Havelberg, das führte die Landesregierung zu ihrem Neujahrsempfang nach Stendal. Und so wurden auch Vertreter des Konsularischen und Diplomatischen Corps zum Empfang in die Kreisstadt gebeten. Einer von ihnen war Mehmet Günay, Generalkonsul der Türkei in Hannover und somit auch für Sachsen-Anhalt zuständig. "Ein Empfang wie dieser ist eine gute Gelegenheit mit dem Ministerpräsidenten und Mitgliedern des Kabinetts zusammenzutreffen", sagte Günay, der dieses Amt seit 20 Monaten bekleidet, also schon zum zweiten Mal bei einem Neujahrsempfang war.

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland sieht er durch Bewegungen wie die Pegida nicht gefährdet. "Die sind immer gut und intensiv gewesen, bestehen ja auch schon sehr lange", erläuterte er. Drei Millionen Türken in Deutschland seien eine wichtige Brücke, auf der anderen Seite seien die deutschen Investoren die Nummer eins in der Türkei. "Außerdem gibt es Gegendemonstranten, die in der Mehrheit sind", gab er zu bedenken.

Dienstältester in der Diplomatenriege war der Botschafter Namibias, Neville Melvin Gertze. Seit sechs Jahren bekleidet er das Amt in Berlin. "So ein Empfang ist viel mehr als nur ein Glas Sekt miteinander trinken", sagte er im Gespräch mit der Volksstimme. Vielmehr sei er die Gelegenheit für persönliche Gespräche und das Werben für das eigene Land. "Immerhin leben 25000 Deutsche in Namibia", meinte er. Umgekehrt seien es wohl nur 400. Badreldin Abdalla ist Botschafter des Sudan. Er erhofft sich durch die Kontakte, dass die Beziehungen zu Sachsen-Anhalt aufgefrischt werden, die vor etwa 15 Jahren schon sehr intensiv gewesen seien. "Damals ging es um Landwirtschaft, heute sind wir mehr an Technologie interessiert", erklärte er.

Kelly Chen ist seit Mai vergangenen Jahres Mitarbeiterin in der Botschaft von Brunei. Empfänge wie den gestrigen findet sie eine gute Gelegenheit, aus Berlin raus und in andere Regionen Deutschlands zu kommen.

In seiner Ansprache machte Ministerpräsident Reiner Haseloff auf Bundesgartenschau und Bismarck-Geburtstag aufmerksam. Das Theater der Altmark hatte Laiendarsteller Wolfgang Schröder als Bismarck-Darsteller ausstaffiert. Und Botschafter Gertze erklärte als dienstältester Diplomat in seinem Grußwort: "In Namibia gibt es immer noch eine Otto-von-Bismarck-Straße".

   

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