Tangermünde l Thomas Staudt ist mit dem Ergebnis rundum zufrieden. Dass von den 65 Mitgliedern des CDU-Ortsverbandes 36 zur Versammlung anwesend waren, sei eine "sehr gute Beteiligung", erklärt Ortsvorsitzender Thomas Fuhrmann. Und auch der 83,3-prozentige Stimmenanteil, mit dem Staudt in das Rennen um den künftigen Bürgermeister der Kaiser- und Hansestadt geschickt wird, "ist besser als erwartet", gestand Staudt selbst. Weitere Kandidaten um dieses Amt hatte es aus den Reihen der CDU nicht gegeben.

Thomas Staudt ist seit mehr als zehn Jahren Mitglied im Stadtrat, seit dem vergangenen Jahr Vorsitzender der CDU-Fraktion und als Mitglied des Kreistages Vorsitzender des Ausschusses für Bau, Verkehr und digitale Infrastruktur.

Mit klaren Vorstellungen geht der Tangermünder sein Ziel an: "Für viele scheint die Welt in Ordnung zu sein, wenn möglichst viel gebaut wird", sagt er. Doch diese Sicht sei "viel zu einseitig und oberflächlich". Für die Menschen in einer Stadt müsse es ein gutes Leben geben. Nicht nur Touristen, auch die Menschen, die hier leben, müssten sich wohl fühlen können.

"Wer kein Geld hat, braucht umso mehr Mut."

Dass die Kassen der Kommune wenig gefüllt sind und damit der Handlungsspielraum enger wird, schreckt den Handwerksmeister nicht ab. "Wer kein Geld hat, braucht umso mehr Mut - Mut und Gestaltungswillen", betont Staudt am Freitag, während er zu den Parteimitgliedern spricht. "Wir brauchen ein Umdenken auf allen Seiten." Er spricht vom Wir-Gefühl, von einem aktiven Einbringen jedes Einzelnen im Ehrenamt, in der Politik, im Verein.

Auch denkt der 40-Jährige an eine "grundlegende Änderung im Bereich der Bürgerbeteiligung". Sorgen und Nöte der Bürger müssten von Politik und Verwaltung ernst genommen werden. "Wirtschaftsförderung wird von mir anders gesehen als in den letzten Jahren praktiziert", machte er deutlich. Er forderte dazu auf, Probleme in den Ortsteilen "konstruktiv zu beheben".

Gelingen könne all das nur, "wenn wir uns gemeinsam - Partei, Fraktion und Bürgermeister - für unsere Stadt einbringen". In den vergangenen Jahren sei das gelungen. Nun gehe es darum, "noch eine Schippe draufzulegen".

Aus der freien Wirtschaft kommend, sieht sich der 40-Jährige dieser Aufgabe durchaus gewachsen. "Waren wir nicht alle mal Quereinsteiger im Leben?", fragt er. Wichtig seien für ihn die Erfahrungen, die er mitbringe, die Fähigkeiten im Umgang mit Menschen, bei Verhandlungen.

Als Vorsitzender des Tangermünder Elbdeichmarathonvereins hat der Elbestädter in jüngster Vergangenheit mit einem kleinen Kreis an Mitstreitern etwas Großes aus der Taufe gehoben, weiß, wie wichtig es ist, Netzwerke aufzubauen und zu pflegen, um in Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur erfolgreich zu sein.

Thomas Staudt besuchte in Tangermünde die Schule, erlernte in einem Stendaler Betrieb den Beruf des Malers und Lackierers. Seit 1993 arbeitet er im Tangermünder Unternehmen Busse, absolvierte bis 2005 die Meisterschule und leitet seit 2008 als Geschäftsführer dieses Unternehmen. Staudt ist verheiratet und hat einen fünfjährigen Sohn.